Helle scheint

Helle scheint
in jeder Tiefe;
Laut ertönt
in jeder Stille.
Weckt das Stumme – 
dass es schliefe! –,
hellt das Dunkel,
das uns schuf.

Licht bricht
alle Finsternisse
Töne singen
jedes Schweigen.
Nur die Ruh’
im Ungewissen
dunkelt still
das letzte Zeigen.

Hannah Arendt, aus: Ich selbst, auch ich tanze. Die Gedichte. München/Berlin 2015, S. 67.


Der endende Sommer und nahende Herbst verraten: Das oszillierende Spiel zwischen Helligkeit und Dunkelheit wendet sich nun mehr der Ruh’ im Ungewissen zu.


Kommentar von Johanna Lamprecht

Zeichnung von Philipp Tok

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