Ytterjärna, Schweden. Wie lebt es sich als junger Mensch in der heutigen Welt? Wir haben nachgefragt. Antworten von Charlotte Nussbaum aus Deutschland, derzeit Teilnehmerin am Youth Initiative Program in Ytterjärna, Schweden.
Was bedeutet dir Heimat?
Während ich überlegt habe, was Heimat oder Zuhause für mich bedeutet, kam mir das Wort Frieden in den Sinn. Für mich ist Frieden ein Zustand, den ich überall finden kann, weil ich ihn selbst erschaffe – durch das, worauf ich meinen Fokus lege, und durch die Energie, in die ich mich aktiv begebe. Ich kann Frieden fühlen, wenn ich im Arm gehalten werde, und dann fühle ich mich auch zu Hause, aber letztendlich kommt dieses Gefühl aus mir selbst. Ich kann es in einem Raum voller Menschen genauso finden wie bei einem Spaziergang im Wald. Es ist eine Art Gewissheit, dass alles gut wird. Ich habe gelernt, dass ich mich sicher fühlen kann, indem ich bei meinen Entscheidungen darauf achte, was ich brauche und was mir guttut. Mit der Zeit spüre ich so in meinem Körper, dass ich, solange ich auf mich aufpasse, sicher bin.
Wann fühlst du dich glücklich? Wann zufrieden?
Ich experimentiere gerade mit Ausdruck und Bewegung und entdecke dabei viel. Alle Blockaden und schweren Gefühle lösen sich in Aktion. Für mich können das Sport, Tanz, Laufen, Schreiben, Zeichnen und vor allem Gespräche mit anderen Menschen sein, die mir ein Gefühl der Verbundenheit geben. Auf jeden Fall geht es darum, loszulassen und das freizusetzen, von dem ich nicht will, dass es mich zurückhält, und Initiative zu ergreifen. Ich kehre immer wieder zu dem Satz zurück: «Das Gegenteil von Depression ist nicht Glück, sondern Expression (Ausdruck)», und durch Expression finde ich Glück.
Kontakt charlotte.nussbaum@yip.network
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