Die zweite Amtszeit von Justus Wittich als Vorstand und Schatzmeister der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum endete im April 2026 – nach 14 Jahren Tätigkeit und mit dem Erreichen seines 70. Lebensjahres.
Auch nach seinem Ausscheiden wird er dem Goetheanum beratend zur Seite stehen. Als Nachfolger wurde Sebastian Bauer ohne Gegenstimme bestätigt; Justus Wittich erhielt anhaltenden Applaus für seine jahrelange Tätigkeit. Sebastian Bauer ist 1969 auf dem Dottenfelderhof geboren und in der biodynamischen Landwirtschaft aufgewachsen. Er hat eine Ausbildung in biodynamischer Landwirtschaft absolviert und Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Ökonomie studiert. Beruflich führte ihn sein Weg über die Steuer- und Unternehmensberatung zu einer eigenen Consultingfirma, mit der er anthroposophische Einrichtungen in Veränderungsprozessen begleitete. Seit 2012 wirkt er in der ‹Software AG – Stiftung› in Darmstadt (DE). Dort betreut er Projekte in der biodynamischen Landwirtschaft, vertritt die Stiftung als Gesellschaftervertreter der Universität Witten/Herdecke (DE) und ist Aufsichtsratsvorsitzender der ‹Bingenheimer Saatgut›. Dem Vorschlag, das Amt des Schatzmeisters zu übernehmen, hat er nach sorgfältiger Prüfung mit einem klaren Ja entsprochen. Er fühlt sich gerufen und ist bereit, mit Freude, Engagement und innerer Klarheit Verantwortung für die Zukunft des Goetheanum und der Anthroposophischen Gesellschaft zu übernehmen sowie den wirtschaftlichen Herausforderungen engagiert zu begegnen. In seiner Rede an der Generalversammlung sagte er, dass er als ‹Bauer› auch im übertragenen Sinne den Boden bereiten, säen, das Wachstum unterstützen und sich um die Kulturen kümmern werde, um fruchtbare Bedingungen zu schaffen – für die Anthroposophische Gesellschaft, für die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft und für den Ort Goetheanum. In seiner Tätigkeit in der ‹Software AG-Stiftung› habe er bereits einige Vorhaben am Goetheanum unterstützen können, wie den Abschluss der Gesamtausgabe und das Eurythmie-Editionsprojekt. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Förderung der World Goetheanum Association gewesen. Still wurde es im Goetheanum-Saal, als Sebastian Bauer die Anwesenden an seinem inneren Bezug zur Anthroposophie teilhaben ließ. Im Alter von 28 Jahren starb sein dritter Sohn mit sechs Monaten. Die existenziellen und spirituellen Fragen, die dieses Ereignis auslöste, haben ihn, so schilderte er es, tiefer mit Anthroposophie verbunden. Viele Jahre später, so setzte er fort, starb 2016 seine Lebenspartnerin an einer Krebserkrankung. Was Rudolf Steiner in seiner fünften Nebenübung beschreibt, stets mit dem Unmöglichen zu rechnen, das habe sich durch diese Lebenserschütterungen in ihn eingeschrieben.
Bild Stefan Hasler gratuliert Sebastian Bauer nach seiner Bestätigung als Schatzmeister auf der Generalveresammlung 2026, Foto: Xue Li


