Die Linie zwischen Herz und Verstand

Fotografieren bedeute, Verstand, Auge und Herz auf eine Linie zu bringen. Das schreibt der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson.


Dabei schaue ein Auge weit geöffnet durch den Sucher, während das andere geschlossen in die Seele blicke. Ja, das ist es, was Bilder können: Sie verbinden Außen und Innen. Im Englischen wird es zur Formel: «Seeing is Believing.» Weil diese Linie zwischen Herz und Verstand zur Anthroposophie gehört, überrascht es nicht, dass Anthroposophie so viel Kluges, manchmal zu Kluges zu sagen hat, zu lesen gibt und zugleich Anthroposophie eine solche Fülle an Bildern liefert. «Als ich die Freie Waldorfschule Maschsee in Hannover sah, wusste ich, hier gehen meine Kinder zu Schule!», erzählte mir die Mutter eines Freundes. Wie oft sind es die Bilder, die überzeugen, die Weichen stellen.

Wie schön, dass nun ein so reicher Bildband über Rudolf Steiners Arbeiten und Leben vom Rudolf-Steiner-Archiv und -Verlag präsentiert wird. Die Legenden unter oder neben den bald 800 Bildern, so kurz sie meistens sind, hätten dabei viel Mühe gekostet, erzählen die Autorinnen und Autoren des Bildbandes. Ja, denn auch ihnen ging es, das war im Gespräch zu greifen, um diese Linie zwischen Herz und Verstand.


Henri Cartier-Bresson, The mind’s eye: writings on photography and photographers, New York 1999 und Henri Cartier-Bresson, Menschen sehen: der Porträt-Fotokurs, München 2009.

Bild: Marie von Sivers und Rudolf Steiner, Überfahrt nach Norwegen, 1910, Rudolf-Steiner-Archiv, Dornach

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