Der Mut, sich dem Materialismus zu widersetzen

Nathaniel Williams, der neue Leiter der Jugendsektion, erstellt in Zusammenarbeit mit der Wochenschrift und Goetheanum TV eine neue Podcast- und Videoreihe mit dem Titel ‹Questions of Courage› (‹Mutfragen›). Die erste Folge erzählt vom Mut, den es braucht, spirituelle Fragen zu stellen. Hier ein Auszug.


Malerei von Zvi Szir

In Europa oder den Vereinigten Staaten leben wir heute mit und in einem Paradox. Wir sind weit interessierter an spirituellen Ideen als noch vor 100 Jahren. Gleichzeitig ist es ein Tabu, wenn jemand ernsthaft und aufrichtig eine spirituelle Frage zum Beispiel zu Chemie, Biologie, Morphologie oder menschlicher Entwicklung stellt. Dafür gibt es keinen öffentlichen Raum. Es drängt die Menschen heute, sich spirituell auszutauschen. Sie spüren eine große Nähe in ihren Herzen und ihrem Willen zu spirituellen Inhalten. Jedoch kommt der Höhepunkt von 500 Jahren reduktionistischer und materialistischer Wissenschaft mit einem Hoheitsanspruch daher, der sich stur und beharrlich weigert, solche Gespräche, Fragen und Suchbewegungen zu integrieren. Dadurch kann dieser Materialismus, der in fast allen unseren gesellschaftlichen Belangen zutage tritt, sich niemals selbst bewusst werden und seine Grenzen wahrnehmen. Es braucht heute Mut, auf jene spirituellen Fragen zu beharren, die über persönliches Wohlbefinden, Lifestyle und Behaglichkeit hinausgehen. Es erfordert Mut, Fragen zu stellen, die eine Offenheit für den Geist in der Welt anregen, gerade bei Themen, die wir für gewöhnlich ausschließlich aus materialistischer Perspektive betrachten.


Titelbild Nathaniel Williams

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