Vor Ostern öffnet sich der Vorhang im Großen Saal für drei Aufführungen von Wagners ‹Parsifal›. Jetzt im vierten Jahr bietet die Goetheanum-Bühne zusammen mit der Produktionsfirma Pamy die Möglichkeit, das große Bühnenweihefestspiel in der Inszenierung von Jasmin Solfaghari mit Eurythmie (verantwortlich: Stefan Hasler) zu sehen.
Jasmin Solfaghari hatte letztes Jahr unter dem Titel ‹Ich schreite kaum, doch wähn ich mich schon weit› ein umfangreiches Buch über die Inszenierung und die besondere Zusammenarbeit von Gesang und Eurythmie herausgegeben. Damit macht sie über die Aufführungen und das breite Medienecho hinaus den besonderen Charakter der Zusammenarbeit von Musik, Spiel und Eurythmie zugänglich. Solfaghari schildert die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus den Bereichen Musik, Bühnenbild, Kostüm und Lichtdesign und gibt den Lesenden Einblicke in die künstlerischen Prozesse und die historischen und philosophischen Hintergründe des Werks.
Auf die Frage, wie sie jetzt in die Proben einsteige, antwortet sie: «Jede Wiederaufnahme hat den Reiz des Unbekannten. In diesem Fall wird erstmalig die Partie des Klingsor mit dem sehr erfahrenen Tómas Tómasson neu besetzt, und es gibt Rollendebüts bei unserem Wagner-Nachwuchs: Ferdinand Dehner (erster Gralsritter), Benedikt Lutz (zweiter Gralsritter), und mit Paul Kaufmann (der im ersten Jahr als Regieassistent die Produktion unterstützt hat) wird ein Bayreuth-erfahrener dritter Knappe erstmals in dieser Produktion zu hören sein. Gleichzeitig gibt es ein Wiedersehen mit Wilhelm Schwinghammer als Titurel und Rebecca Davies als Blumenmädchen. Auch bei der Eurythmie und im Chor gibt es Umbesetzungen, und wir werden durch neue Assistenten unterstützt. Es weht demnach genug frischer Wind, für Spannung ist gesorgt.» Und was sagt Jasmin Solfaghari zu ihrer Vorbereitung auf die Proben? «Durch meine Vorträge bei Richard-Wagner-Verbänden treffe ich unter dem Jahr regelmäßig auf Zuschauer und Zuschauerinnen, die bereits öfter bei uns waren, und kann gleichzeitig neues Publikum für einen Besuch gewinnen. Auch dieser Austausch ist sehr wertvoll und sinnvoll für meine Vorbereitung des Probenbeginns. Und noch etwas: In der Ruhe des Goetheanum dieses anspruchsvolle Werk unter besten Bedingungen proben zu können, ist eine große Freude.»
Aufführungen Am 20. und 22. März noch Restkarten, am 29. März 2026 ausverkauft.
Jasmin Solfaghari (Hrsg) Ich schreite kaum, doch wähn ich mich schon weit – Parsifal am Goetheanum. Schott, Mainz 2024.
Foto François Croissant




