Welttagung Kindergarten und frühe Kindheit.
So wie Blumen, Gemüse und Bäume Entwicklungsbedingungen brauchen, so brauchen es auch die Kinder. So wenig Sinn es macht, Pflanzen künstlich zu zwingen, Blüten und Früchte zu bringen, die nicht in ihrer Natur angelegt sind, so wenig Sinn macht es, dem kleinen Kind durch Lernprogramme etwas beizubringen. Denn es will aus eigenem Antrieb viel lernen und ausprobieren. Das kann es, wenn die Erwachsenen günstige Bedingungen hierfür geschaffen haben.
‹Kindergarten› – in diesem 1840 von Friedrich Fröbel eingeführten Namen für Vorschuleinrichtungen kommt diese Besonderheit des Kindes in den ersten sechs bis sieben Lebensjahren zum Ausdruck. Die Gärtnerin gießt, düngt und lockert den Boden, der Erzieher kreiert einen Spielraum, strukturiert eine Spielzeit, gibt durch seine Sprache und innere Haltung ein Vorbild. Beide gestalten eine günstige Umgebung für freie Entfaltung und Aktivität. Auch in der Selbsterziehung ist es wie im Garten und Kindergarten. Durch Zwang und Vorschrift kann wenig bis nichts erreicht werden. Alles kommt darauf an, dass ich selber bestimmte Qualitäten und Fähigkeiten so stark wünsche, dass ich sie tatsächlich entwickle. Auch hier sind bestimmte Bedingungen hilfreich, andere hinderlich. Hinderlich sind etwa: Stress, Krankheit, Fanatismus, Konfliktsituationen, Schimpfen über andere, übertriebener Selbstbezug ebenso wie übertriebene Selbstvergessenheit, Stolz und Habgier. Förderlich sind: Achtsamkeit auf die eigene Gesundheit, sich nicht in Konflikten verhärten, sich lieber selbst ändern wollen als die anderen, die eigenen Gedanken und Gefühle so wichtig nehmen wie äußeres Verhalten, nicht den anderen die eigenen Gesichtspunkte aufdrängen, nicht die eigenen Gesichtspunkte und Intentionen vergessen, sich selbst treu sein und sich gleichzeitig für die Welt interessieren, dankbar und liebevoll sein.
Sind diese förderlichen Bedingungen für die Selbsterziehung nicht die Eigenschaften einer idealen Kindergärtnerin, von Mutter und Vater und Krippenerziehern? Sind nicht das auch die Eigenschaften, die durch Waldorf- und Rudolf-Steiner-Pädagogik in den ersten Lebensjahren gefördert werden? Das dachten jedenfalls die Kolleginnen und Kollegen im IASWECE (International Association for Steiner/Waldorf Early Childhood Education) Council und in der Pädagogischen Sektion. Bei der Tagung geht es um diese Fragen: Wie fördere ich diese Eigenschaften bei mir selbst? Wie helfen wir uns dabei in der Einrichtung, unter Kolleginnen und Kollegen? Was tun wir in unserer täglichen Erziehungspraxis, damit die Persönlichkeiten, die wir als Kinder um uns haben, später diese Eigenschaften entwickeln können?
Die Tagung findet vom 8. bis 12. April 2026 statt und ist ausgebucht. Im Mai erscheint ein ausführlicher Bericht im ‹Goetheanum›.
Bild Veranstaltungsplakat








