Junge Menschen und Medien

Berlin, Deutschland. Eine Kommission für digitalen Schutz gibt umfassende Empfehlungen an die Politik.


Im Auftrag von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat eine Expertenkommission für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt einen Bericht mit Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeitet.

Wenn Kinder und Jugendliche ihre Smartphones in der Schule nutzen, hat dies vor allem negative Konsequenzen für die Lernatmosphäre im Unterricht und das soziale Miteinander in den Pausen. Die Kommission schlägt daher vor, die private Nutzung von Handys und Tablets für Schulkinder bis zur siebten Klasse zu verbieten. Im Moment unterscheiden sich die Regelungen je nach Bundesland und Schulform. Laut Kommission sollte das Verbot stattdessen einheitlich in den deutschen Schulgesetzen verankert werden.

Bezüglich der Nutzung sozialer Medien macht die Kommission zwei Vorschläge. Für Instagram, Tiktok und Co. könnte nach dem Vorbild von Ländern wie Australien oder Norwegen eine gesetzliche Mindestaltersgrenze von 13 Jahren eingeführt werden. Alternativ könnte es dienst- und funktionsspezifische Einschränkungen nach Risikobewertung für minderjährige Nutzerinnen und Nutzer geben. Suchtverstärkende Funktionen wie algorithmische Feeds sollten nach diesem Modell beispielsweise eingeschränkt sein.

Auch für KI-Programme sollte es laut der Kommission eine Altersgrenze von 13 Jahren geben, um Missbrauch und emotionaler Abhängigkeit vorzubeugen. Das Gremium schlägt zudem verschiedene aufklärende Bildungsmaßnahmen vor, mit denen Kinder und Jugendliche lernen, mit KI richtig umzugehen.

Weiterhin fordern die Expertinnen und Experten mehr Aufklärung für Eltern bezüglich deren eigener Smartphone-Nutzung. Eine Beratung zum altersgerechten Umgang mit digitalen Medien sollte somit beispielsweise Teil von Vorsorgeuntersuchungen sein. Auch fehlender Zugewandtheit der Eltern aufgrund von digitaler Ablenkung soll durch eine entsprechende Erweiterung des Bürgerlichen Gesetzbuches vorgebeugt werden.


Quellen Deutschlandfunk, Tagesschau und Unicef

Bild Helena Lopes

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