In letzter Zeit schreibe ich mehr von einem ‹Wir› als von mir. Ich ersetze öfter die Worte ‹mich› und ‹mein› durch ‹unser›: unser Suchen, unsere Zukunft, unsere Welt, unsere Angst, unser Zögern, unsere Ohnmacht, unsere Geister. Mein ‹Wir› ist nicht verschlossen, sondern luftig und warm. Ich fühle mich in ihm enthalten. Es ist wie ein einladender Raum, den ich zugleich bilde und betrete. Leise wie ein Bitten webt dort etwas, wie ein Warten auf Linderung, das nicht direkt fragen darf. Wenn ich ‹Wir› schreibe, fühlt mein Herz, da, wo andere sein können, will es auch sein.
Etwas ist still geworden, hat sich hingesetzt, macht keinen Wirbel mehr. Und nimmt plötzlich wahr: ‹Wir› ist ein heiliger Raum. Ohne Mauern und ohne Druck. ‹Wir› ist gebaut aus Fürsorge und dem Vermögen, den anderen als sich selbst erleben zu können. ‹Wir› enthält die Vielzahl und die Variation. ‹Wir› ist bewusst gewordene Liebe, in der alle Schöpfung enthalten ist. Wir sind sich bewusst werdende Liebe, in der alle Schöpfung enthalten ist? Das ist viel zu groß, als dass ich das allein tragen könnte.
Gruppentänze auf der Landwirtschaftlichen Tagung 2025, Foto: Xue Li








