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Als der und jener ist zwar jeder schon da. Aber keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt. Und zwar sind alle nicht zu wenig, sondern zu viel von Haus aus für das, was sie wurden. Später gewöhnen sie sich an die Haut, in der sie nicht nur stecken, sondern in die man sie auch noch gesteckt hat, beruflich oder wie sonst. Aber da fand einmal ein Bursche, weit von hier, einen Spiegel, kannte so etwas noch gar nicht. Er hob das Glas auf, sah es an und gab es seinem Freund: «Ich wusste nicht, dass das dir gehört.» Dem andern gehörte das Gesicht auch nicht, obwohl es ganz hübsch war.

Ernst Bloch
Aus: Spuren. Frankfurt am Main 1967, S. 33.


In der Selbsterkenntnis von sich absehen zu können öffnet, zum sozialen Moment des (Mit-) Einander-Erkennens hin.


Auswahl und Kommentar Johanna Lamprecht
Zeichnung Philipp Tok

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