Itas Hände

Zum 150. Geburtstag von Ita Wegman schauen wir auf Fotos, Briefe und Schriften von ihr. Wie wäre es, wenn wir auch an Ita Wegmans Hände denken würden? Wie waren ihre Hände? Waren sie groß oder klein, stark, weich, sensibel, schnell oder langsam? Wie waren die Hände und Füße dieses besonderen Menschen? Vor ihrem Medizinstudium hat sie Physiotherapie gelernt und praktiziert und die Kunst der rhythmischen Massage entwickelt. Mit den ersten anthroposophischen Krankenschwestern hat sie zusammengearbeitet, um äußerliche Anwendungen zu entwickeln. Diese Hände haben viel geleistet. Sie arbeiteten unermüdlich daran, die Heilungsbedürfnisse jeder neuen Lage zu erkennen und zu erfüllen.

Ita Wegman in Breslau, 1928. Foto: Ita Wegman Archiv, Arlesheim (IWA)

Selbst wenn es viele äußere Gründe gab, aufzuhören, sich zurückzuziehen oder umzudenken, widmete sich Ita Wegman der nächsten Aufgabe. Um ihr Leben in größerem Zusammenhang zu betrachten, können wir uns einem Bild von Steiner zuwenden. Er sagte: «Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedes Mal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht es ja an einem andern Orte. Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen. Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden – es würde ein sehr bewegtes Bild werden – von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation.»1

Dieses Bild, sagt er, zeige eine Karte für zukünftige Aktivitäten im nächsten Leben. Welche Art von Karte können wir uns für die liebe Frau Wegman vorstellen? Was hat sie alles getan? Sie war so aktiv, aufmerksam und praktisch mit ihren Händen und Füßen. Es fühlt sich an, als würden sie uns immer noch leiten.


Übersetzung ins Deutsche: Wolfgang Held

Fußnoten

  1. GA 183, 5. Vortrag, 25. August 1918.

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