Wien, Österreich /Saarbrücken, Deutschland. Neuer Film von Florian Moses Bayer.
Nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, kann dazu führen, dass eine Person von ihrem Umfeld bewertet, angegriffen und ausgegrenzt wird. Übergewicht gehört dabei zu den sichtbaren Attributen, die als normabweichend wahrgenommen werden und oftmals mit Vorurteilen belastet sind. Mehrgewichtigen Menschen werden allerhand negative Eigenschaften zugeschrieben, wie zum Beispiel ein Mangel an Disziplin – dabei gibt es für Übergewicht viele Ursachen, die nichts mit persönlicher Motivation zu tun haben. Krankheit, genetische Veranlagung, traumatische Erlebnisse und strukturelle Benachteiligung sind alles Faktoren, die das Gewicht eines Menschen prägen können. Der österreichische Regisseur und ehemalige Waldorfschüler Florian Moses Bayer setzt sich in seinem neuen Kurzfilm ‹Die gemeinen Kleinigkeiten› mit den emotionalen Folgen von Mehrgewicht und der daraus resultierenden sozialen Stigmatisierung auseinander. Das Leben der Hauptfigur Josef dreht sich hauptsächlich um sein Gewicht. Erst eine unerwartete Begegnung mit einem Rapper und ein Pakt mit seiner besten Freundin bringen Veränderung in sein Leben. Bayer, der für ‹Die gemeinen Kleinigkeiten› beim Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken in der Kategorie Kurzfilm sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis erhalten hat, thematisiert in der Geschichte von Josef auch größere Fragen rund um Selbstwert, Männlichkeit und Leistungsdenken. In Interviews erzählt er, wie seine Zeit an der Grazer Waldorfschule seine Kreativität schon früh gefördert hat, besonders durch das jährlich aufgeführte Theaterstück, regelmäßige Projektwochen und die generelle Atmosphäre des Ausprobieren-Dürfens.
Quellen Max-Ophüls-Filmfestival und Testkammer
Bild Screenshot aus dem Trailer, Cinematography: Caroline Liebhart

