Der letzte Tag des Jahres 2025 war auch der letzte Tag der Inszenierung der Mysteriendramen von Gioia Falk (Gesamtleitung, Eurythmie) und Christian Peter (Schauspiel). 82 Tätige auf und hinter der Bühne und 800 Menschen im Saal haben diesen letzten Zyklus miterlebt.
Es war ein Erlebnis gemeinsamen Suchens und Ringens mit der Anthroposophie. Tiefe in der Begegnung und Wärme im Verstehen zeigten sich. Über den langen Zeitraum von 18 Jahren ist diese Inszenierung gewachsen, und einige der Darstellenden haben an der gesamten Zeitspanne teilgenommen, sind seit Beginn dabei. Andere kamen hinzu und manche standen jetzt an Weihnachten erstmals mit auf der Bühne. So ergab sich ein vielfältiges Ensemble für Gioia Falks Ambition, mit dieser Inszenierung aus dem Geist der Eurythmie anzuschließen, an das, was Marie Steiner in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hatte. Zugleich machte diese Inszenierung mit leerem, offenem Bühnenbild einen weiten Schritt aus dem opulenten Bühnenbild der Anfangsjahre. In Tourneen nach Deutschland und szenisch-dialogischen Aufführungen brachte das Ensemble dieses neue Spiel dem Publikum nahe mit insgesamt 111 Aufführungen von 2008–2025. Der anhaltende Applaus nach dem letzten Vorhang für Gioia Falk und Christian Peter zeigte die Dankbarkeit und Wertschätzung für diese Bühnenarbeit mit und für das große Bühnenwerk Rudolf Steiners. Die Goetheanumleitung schließt sich diesem Dank von ganzem Herzen an.
Wie geht es weiter? Nun folgt eine schöpferische Pause, doch schon dieses Jahr stellen sich die Weichen zu einer möglichen neuen Inszenierung des großen Bühnenwerks. Gosha Gorgoshidze ist für die Gesamtverantwortung und für das Schauspiel gefragt, Barbara Bäumler, selber seit 18 Jahren Teil dieser Inszenierung, ist als Verantwortliche für die Eurythmie beauftragt. Im Laufe des Jahres wird sich in Gesprächen mit der Goetheanumleitung der Fahrplan zu neuen inszenatorischen Schritten und dann auch zu nächsten Aufführungen der Mysteriendramen mit der Bildung eines neuen Ensembles ergeben. Die vier Dramen werden – so ist der Plan – in den kommenden Jahren dann sukzessive neu auf die Bühne kommen und dabei ihr bestehendes und ihr neues Publikum suchen.
Foto Xue Li








