Auf zarte Weise

Istanbul, Türkei. Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners in Istanbul (ESDD) feiern den Abschluss des zweiten berufsbegleitenden Waldorf-Fortbildungskurses für Lehrerinnen und Lehrer.


Durchhaltevermögen, Freude, Einsatzkraft und Wille zur Vertiefung der Inhalte sind charakterisierende Merkmale dieses Kurses, der im Januar 2023 an den Start ging. Fast alle 26 Teilnehmenden sind über drei Jahre dabeigeblieben und haben im Dezember 2026 ihre Studien-Portfolios präsentiert. Alfred Rahmen (Langenthal/Schweiz) und Jürgen Lohmann (Seminar für Waldorfpädagogik, Hamburg/Deutschland) haben als Kursverantwortliche ein überarbeitetes Ausbildungsprogramm konzipiert: Neben den 15 einwöchigen Ausbildungsmodulen und vielen Intensivwochenenden richteten sich freie Arbeitsgruppen ein, die sich zwischen den Modulen mit spezifischen Fragen aus dem Lehrmaterial beschäftigten. Die Ergebnisse dieser Gruppen wurden mit den Teilnehmenden in Onlineworkshops diskutiert und vertieft. Die Workshops sorgten neben den inhaltlichen Aspekten vor allem für den inneren Zusammenhalt der Ausbildungsgruppe. Ein anderes Novum ist die Einführung des Ausbildungsportfolios, das im Laufe der Ausbildungszeit allmählich entsteht und bei ihrem Abschluss präsentiert wird. Diese neue Form hat die finale Abschlussarbeit ersetzt. Finanziell unterstützt wird die Ausbildungsarbeit in der Türkei von Anfang an durch die Freunde der Erziehungskunst Deutschland, beim Abschluss des Kurses vertreten durch Nana Göbel. Eine Besonderheit dieser Ausbildungsgruppe ist, dass der Großteil der Teilnehmenden an staatlichen Schulen arbeitet. Zwar hat auch die junge Waldorfschule in Istanbul ihre Lehrkräfte in diese Ausbildung entsandt, der größere Teil ist jedoch an staatlichen Schulen oder pädagogischen Einrichtungen in privater Trägerschaft tätig. Durch die Vorträge und auch in den zahlreichen Gesprächen an diesem Wochenende wurde deutlich, dass die Teilnehmenden die kennengelernten Grundlagen der Waldorfpädagogik so für sich transformiert haben, dass die neuen Erkenntnisse den Kindern und Jugendlichen in den jeweiligen Einrichtungen zugutekommen. Auch einige Kolleginnen und Kollegen spürten die anderen Ansätze der Kursteilnehmenden im pädagogischen Alltag und wollten mehr wissen. Die Hoffnung ist, dass so auf zarte Weise der Waldorf-Impuls in die türkische Schullandschaft gesät wird. Birgül Tastan, Präsidentin des ESDD, brachte zum Ende des Wochenendes neben dem Dank an die Teilnehmenden und an die Dozierenden auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass aus dem Kreise dieser kraftvollen Gruppe vielleicht auch die Initiative für eine weitere Schule neben denen in Istanbul und Alanya entstehen könnte. Für das Jahr 2026 werden sich nun die Kräfte des Vereins bündeln und neue Ideen sollen bewegt werden, damit im Januar 2027 ein nächster Ausbildungskurs für Lehrkräfte starten kann.


Kontakt lohmann@waldorfseminar.de
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Bild Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners in Istanbul, Foto: Privat

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