Karma ist Gelegenheit

Karma ist Zufall (im Deutschen). Zumindest der Erscheinung nach. Ich kann ihn nicht selbst erzeugen, nur ‹instant› erfahren. Warum? Das menschliche Handeln stört die Weltharmonie und wird ausgeglichen: Jede Handlung erhält eine Antwort. Die Antwort fällt den Handelnden als ihre Welt zu. Zufall ist Karma.

Karma ist Tat (im Sanskrit). Karma heißt: Handlung im Weltzusammenhang schauen. Was noch zu erfahren ist. Was zu tun ist. In der Karma-Schau erscheint die vergessene Handlung als Ursache meiner Welterfahrung. Sie verbindet die Verkörperungen und erhellt die Götterspuren im Lebenslauf. Tat ist Karma.

Karma ist Gelegenheit (im Anthroposophischen). In dem Moment, wo Karma spricht – das Echo meiner Taten –, vereinigen sich die Fäden derselben Tat neu. Gewöhnlich Menschen. Alle und alles kommt zusammen. Eine Vorlage. Eine Einladung. Ich kann wiederholen, lösen, verbinden, eine neue Richtung einschlagen. Gelegenheit ist Karma.


Bild Karo Kollwitz, ‹Cutting edge›, 2014

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