Durch Kinderaugen

Last updated:

Bonn/Alfter, Deutschland. Ein ganzes Jahrhundert in Kinderbildern dokumentiert.


Von Kindern gemalte Bilder bieten unmittelbare Einblicke in ihre Welt- und Selbstwahrnehmung. Die ästhetisch-analytische Betrachtung der Bilder ist nicht nur für Eltern und Bezugspersonen spannend, sondern auch für in der Kunstpädagogik, Kultur- und Medienwissenschaft und Psychologie tätige Menschen sowie für die therapeutische und künstlerische Forschung. Das Kinderbildarchiv der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eines der größten in Deutschland. Es umfasst rund 200 000 Kinderzeichnungen; die frühesten stammen aus den 1920er-Jahren. Die Sammlung wurde vor etwa 15 Jahren von der Universität zu Köln übernommen und seitdem kontinuierlich erweitert. Diese Zeitspanne von über 100 Jahren macht das Archiv zu einem wertvollen kultur- und bildungshistorischen Zeugnis. Die gesammelten Bilder zeigen, wie Kinder aus verschiedenen Regionen und Kulturkreisen Deutschlands über ein ganzes Jahrhundert hinweg ihren Alltag gedeutet haben. Die kindliche Bildsprache dokumentiert dabei auch den gesellschaftlichen Wandel von einer analogen Welt hin zu einer von Medien und digitalen Technologien geprägten Lebensrealität. Rabea Müller, Leiterin des Instituts für Kunsttherapie am Fachbereich Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft der Hochschule, bezeichnet das Kinderbildarchiv als «einzigartiges kulturhistorisches Gedächtnis». Die Hochschule lädt Institutionen und Fachleute dazu ein, sie bei der professionellen Archivierung der Bilder zu unterstützen, sodass vor allem die älteren Bilder vor einem drohenden Materialverfall bewahrt werden und das Archiv für eine zeitnahe wissenschaftliche Nutzung verfügbar ist.


Quelle Alanus Hochschule
Kontakt Rabea.Mueller@alanus.edu

Bild Yasara Hansari

Letzte Kommentare