Kleine Menschen, großes Wirken – Kleinkindzeichnungen aus aller Welt und ihre gemeinsame Sprache.
Der Künstler und Pädagoge Norbert Carstens interessiert sich seit Jahrzehnten für die Frage: «Was und wie zeichnen und malen Kinder von sich aus – spontan und ohne Themenvorgabe oder Anleitung?» Seine Forschertätigkeit führte ihn durch ganz Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien. Dabei konnte er einander ähnelnde individuelle Eigenheiten und wiederkehrende Bildgeschehnisse phänomenologisch beobachten. Und eine Sammlung von über 30 000 Kinderzeichnungen anlegen, von denen er einige in Ausstellungen in verschiedenen Städten Europas gezeigt hat. Auch ein Buch und eine Website dokumentieren seine Arbeit. Carstens: «Schon als kleine Kinder entdecken wir zu malen und setzen dabei intuitiv Erfahrungen, Beobachtungen und die Welt der Fantasie in Bilder um, ohne jemals ‹gelernt› zu haben, wie das geht. Noch bevor wir schreiben können, entwickeln wir eine sichtbare Sprache, die weltweit verstanden wird und sich über Generationen hinweg kaum verändert hat. Wenn wir Erwachsenen den Kindern doch nur den Freiraum dafür lassen würden!» Aus verschiedenen Gründen wird dies heutzutage seltener. In diesem faszinierenden Forschungsgebiet hat Carstens Gemeinsamkeiten zwischen Zeichnungen aus verschiedenen Kontinenten und Epochen entdeckt und aktuelle Entwicklungen beobachtet.
Die Ausstellung hat dabei nicht nur die Kinder in ihrer Kreativität im Auge, sondern auch den freien, alterslosen Kunstschaffenden in jedem Menschen. So sind die Bilder auch eine Inspiration für das eigene Malen und Zeichnen. Ziel der Initiative ist außerdem, für den großen Fundus an kindlichen Zeugnissen einen dauerhaften Standort zu finden – möglichst ein Ort für Workshops, Vorträge und Ausstellungen zu den Bildern.
Die Ausstellung ist vom 8.4.–20.7. im Goetheanum zu sehen.
Bild Veranstaltungsflyer


