Wöchentlich wissenschaftliches Leben

Das Forschungsinstitut der Naturwissenschaftlichen Sektion veranstaltet wöchentlich wissenschaftliche öffentliche Kolloquien.


Forschende tragen vor interessiertem Publikum ihre Arbeit vor. Anschließend folgt ein Austausch mit dem Publikum. Diese regelmäßigen Zusammenkünfte, öffentlicher Ausdruck naturwissenschaftlichen anthroposophischen Lebens, haben eine reiche, lange Tradition und fanden mehr oder weniger regelmäßig bereits in den 90er-Jahren statt. Während beispielsweise die Medizinische Sektion und die Sektion für Landwirtschaft an Tagungen und Panels Einblicke in aktuelle naturwissenschaftliche Forschungstätigkeiten bieten, finden die Kolloquien der Naturwissenschaftlichen Sektion, für einzelne Trimester, regelmäßig statt und richten sich nicht nur an ein Fachpublikum. Jetzt, am 5. März, schildert Maria Olga Kokornaczyk, vom Institut für Komplementäre und Integrative Medizin an der Universität Bern, wie bildschaffende Verfahren frühe Hinweise auf Krebserkrankungen liefern können. Die bildschaffende Methode nutzt Muster, die beim Eintrocknen von Körperflüssigkeiten entstehen. Insgesamt wurden 41 Studien mit fast 16 000 Teilnehmenden berücksichtigt, darunter Patientinnen mit über 50 verschiedenen Krebsarten, Patientinnen mit anderen Erkrankungen sowie gesunde Personen. Die Sensitivität und Spezifität aller Verfahren lagen bei 89 bzw. 90 Prozent, wobei die Kupferchlorid-Kristallisation nach Ehrenfried Pfeiffer die höchste Genauigkeit zeigte. Trotz hoher Heterogenität der Studien und eines möglichen Verzerrungsrisikos sind die Ergebnisse vielversprechend und deuten darauf hin, dass die bildschaffenden Verfahren weiter erforscht und für die Krebsdiagnostik geprüft werden sollten.

Am 12. März sprechen dann Jan-Dirk Monden (Arzt), Torsten Arncken (Biologe) und Matthias Rang (Physiker) über Grundlagenforschung zu den Qualitäten des Metallfarblichts. Die Kunsttherapeutin Marianne Altmaier begründete 2001 aus der Inspiration an den farbigen Fenstern des Goetheanum die anthroposophische Metallfarblichttherapie. Das Forschungsprojekt untersucht die Wirkungen von metallbasiert gefärbtem Licht, wie es in dieser Therapieform verwendet wird, im Vergleich zu konventionell erzeugtem Farblicht, um mögliche spezifische Effekte der metallischen Prägung des Lichts zu identifizieren. Im Zentrum steht die Frage, ob sich qualitative oder messbare Unterschiede in biologischen, physiologischen oder wahrnehmungsbezogenen Reaktionen nachweisen lassen, die nicht allein auf die Farbigkeit des Lichts zurückzuführen wären.


Die weiteren Kolloquien unter science.goetheanum.org

Bild Glashaus, Foto: Laura Liska

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