Washington, USA. Testergebnisse zeigen, dass die jüngste Generation schlechtere kognitive Fähigkeiten hat als alle Generationen zuvor.
Maine war 2002 der erste US-Bundesstaat, der damit begann, landesweit die Nutzung von Laptops an Schulen einzuführen. Die Idee: Schülerinnen und Schüler sollten mithilfe des Internets Zugang zu einer noch größeren Fülle an Informationen bekommen und somit in ihrem Lernen ermächtigt werden. Viele weitere Bundesstaaten folgten dem Beispiel von Maine – 2024 gaben die USA insgesamt mehr als 30 Milliarden Dollar aus, um Schulen mit Laptops und Tablets zu versorgen. Inzwischen gibt es jedoch Hinweise darauf, dass der Plan, die Bildung junger Menschen durch digitale Technologie zu verbessern, nicht ganz aufgeht. Im Gegenteil. Dieses Jahr sagte der Neurowissenschaftler Jared Cooney Horvath vor dem US-Senatskomitee für Handel, Wissenschaft und Transport aus, dass die Generation der Jahrgänge 1995 bis 2012, auch bekannt als Gen Z, schwächer ausgeprägte kognitive Fähigkeiten hat als die Generationen davor. Als Beweis für diese Aussage nannte Horvath die Ergebnisse standardisierter Tests, mit denen kognitive Fähigkeiten wie die Erinnerungsfähigkeit, Aufmerksamkeitsspanne, Problemlösungsfähigkeit, Sprachverarbeitung sowie kreatives und kritisches Denken bei Jugendlichen ermittelt und verglichen werden können. Dort sei im internationalen Vergleich ein direkter Zusammenhang sichtbar zwischen schlechteren Testergebnissen und der an Bildschirmen verbrachten Zeit. Die Erfindung und Verbreitung des Smartphones sowie von sozialen Medien hätten die Entwicklung nur noch beschleunigt, so Horvath. Er betont, dass es ihm nicht darum gehe, digitale Technologie per se abzulehnen. Vielmehr müssten Politikerinnen und Pädagogen bei der Einführung neuer Bildungswerkzeuge darauf achten, dass diese die Funktionsweisen des menschlichen Lernens unterstützen, anstatt sie zu beeinträchtigen. Einige Schulen ziehen inzwischen Konsequenzen, zumindest was den Gebrauch von Smartphones während des Unterrichts angeht. Vielerorts ist dieser verboten oder durch Regeln limitiert.
Quelle Fortune
Bild Thomas Park

