Berlin, Deutschland. Acht Vorträge erkunden Steiners Ideen aus heutiger Perspektive.
Seit 2012 beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe ‹Ästhetik der religiösen Begegnung› des Berliner Kunstplanbaus mit dem Phänomen und Geheimnis menschlicher Wahrnehmung im Hinblick auf das Religiöse. Dabei geht es einerseits um die Beschreibung, Sichtbarmachung und Erforschung individueller religiöser, ästhetischer, wissenschaftlicher und künstlerischer Erfahrung, andererseits aber um die Verbindung dieser Erfahrungen in einem interreligiösen Dialog. Die Religionsgelehrten, Künstler und Wissenschaftlerinnen eröffnen Räume und begegnen dabei einem Publikum mit fremden Wahrnehmungsgewohnheiten und differierenden ästhetischen Prägungen. Aber was hat Ästhetik mit Religion zu tun? Und Religion mit Kunst? Und Kunst mit Wissenschaft? Und Wissenschaft mit Spiritualität? Und Spiritualität mit Kulturen der Welt? Religionen manifestieren sich für den Menschen in der Welt als sinnlich wahrnehmbare Phänomene. Wer verstehen will, was Religionen ausmacht, bekommt es zunächst mit Räumen, Ritualen, Texten, Bildern, Klängen, Gesten, Berührungen, mit Geschmäckern, sogar mit Gerüchen zu tun und erst dann mit ausformulierten Lehren und Weltanschauungen. Erkenntnisse werden durch sinnliche Erfahrungen mehr als durch gedankliche Überlegungen hervorgerufen, sind eher ästhetischer als diskursiver Art. Und: In den existenziellen, menschengemachten Herausforderungen von heute und morgen werden wohl Religion und Kunst – im Zusammenhang mit Wissenschaft und Lebensführung – eine ganz maßgebliche Rolle zu spielen haben. Vor diesem Hintergrund organisiert der Kunstplanbau vom 30. April bis 16. Juli unter dem Titel ‹Steiner in Berlin. Geistige Impulse für eine Zivilisation der Zukunft› acht Vorträge. Anthroposophisch inspirierte Dozentinnen und Dozenten erforschen die bis heute anhaltende Inspirationskraft Steiners, dessen Ideen darauf abzielten, eine menschenwürdige und verantwortungsbewusste Gesellschaft in Harmonie mit der Natur zu fördern. Religion, Wissenschaft, Spiritualität und Kunst sind in diesen Ideen untrennbar verbunden. ‹Steiner in Berlin› gibt Impulse für eine nachhaltige Zukunft und zeigt, wie relevant die Anthroposophie für die Herausforderungen unserer Zeit sein kann.
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Bild Rudolf Steiner, Tafelzeichnung mit dem archetypischen Motiv des Zweiten Goetheanum, 1. Januar 1924

