«Zum Schauderfeste dieser Nacht, wie öfter schon, Tret’ ich einher, Erichtho, ich, die düstere»
Sieben weibliche Neben-Hauptfiguren aus Goethes ‹Faust› erscheinen hier in einer Reihe: Die thessalische Hexe Erichtho ist eine von ihnen. Sie eröffnet die griechische Welt, in die Faust und Homunculus mit Mephisto treten. Erichtho erzählt von sich und ihrem Ort, auf den Pharsalischen Feldern im Norden Griechenlands, in einer «grauenvollsten Nacht» schlugen die Truppen Cäsars und Pompeius aufeinander. Mit Cäsars Sieg und den ihm folgenden Cäsaren ging die römische Demokratie unter. Fausts Griechenland beginnt an einem Ort eines Endes. Dort klagt die Hexe über Blut und Leid und ihre Einsamkeit. So wie sie die Zeit überdauert, so vermag sie auch andere durch die Zeit reisen zu lassen – das ist dramaturgisch ihre Aufgabe. Was sie erzählt: Wer ins antike Griechenland will, in dessen Geist zum Menschen werden will, muss durch blutende Erde, muss verlorene Geister erlösen, bevor das griechische Werden ihm zuteilwird.
Veranstaltung ‹Faust›-Festival im Goetheanum: 10.–12., 17.–19. und. 25.–26. Juli 2026
Bild Yuma Ito spielt eurythmisch Erichtho

