Drei himmlische Impulse

Drei himmlische Impulse

Die Anthroposophische Gesellschaft in Wien filmt Vorträge, um sie im Netz verfügbar zu machen. So auch den Vortrag von Michael Schmock 2016 zu Rudolf Steiners Sozialimpuls.


Er beginnt mit einem Widerspruch: Als Waldorfschüler habe er gelernt, dass sich die Welt zum Guten entwickelt. Und dann muss er ansehen, wie in Windhoeck, als er für den Ausbau eines Hofes einen Baumarkt aufsucht, Männer an die Autoscheiben klopfen und für 20 Cent die Stunde um Arbeit bitten. Die Welt ist nicht gerecht und wird auch nicht per se besser. Sie zeigt Abgründe, in denen sich das egoistische Wesen erst zu erkennen vermag. Diese Entwicklung machen wir Menschen nicht allein. Es gibt, so der Vortragende, eine Entwicklungskraft aus dem Geistigen, die daran erinnert, dass in der Seele Impulse liegen, durch die man über sich hinauswächst. Dieses «feine Geistberührtsein», wie es Schmock nennt, geschehe dreifach. Ein erster Weckruf gelte, sich von der rein materiellen Anschauung zu einer Erfahrung des Spirituellen zu erheben. Der zweite Impuls richte sich auf die Begegnung der Menschen. Sie brauche eine Durchlässigkeit, sodass man in jedem Blick, jeder Regung eines Gegenübers den göttlichen Ursprung ahne. Hier folgt Michael Schmock dem Edelstein unter Rudolf Steiners Vorträgen, ‹Was tut der Engel in unserem Astralleib?›. So wie der erste Engelsruf dem Erkennen gelte, so wecke der zweite das Gefühl. Ein dritter wende sich nun an den menschlichen Willen und sei eine ganz einfache Sache: Man dürfe keine Ruhe im Genuss von Glück haben, wenn andere unglücklich seien.

Hier sei die Frage nach dem Geld der Angelpunkt. Zahlen, die Schmock nennt: 2013 wurden pro Erdenbürger 200 Dollar für landwirtschaftliche Produkte, 10 000 Dollar für die gesamten Güter und Dienstleistungen und 420 000 Dollar für Spekulation umgesetzt. So wie die materiellen Vorstellungen den Blick zum Geiste blockierten, so verhindere dieser entgrenzte Geldfluss die Brüderlichkeit. Es ist also die Brüderlichkeit zum Mitmenschen, wodurch die Freundschaft zu den Engeln Nahrung bekommt.


Titelbild: ‹Philosophie der Freiheit› von Rudolf Steiner, Verlag von Emil Felber, 1894 und ‹Kernpunkte der Sozialen Frage› von Rudolf Steiner.

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