Menschenseele!

Menschenseele!

Die menschliche Seele steht heute im Mittelpunkt, wenn wir von den wichtigsten Ursachen des Erkrankens – und Gesundens! – in Ländern mit ‹westlichem Lebensstil› sprechen.


‹Toxischer Stress› in Schwangerschaft und früher Kindheit gilt inzwischen als die wichtigste Ursache chronischer Erkrankungen in der gesamten Lebensspanne. Die psychischen Gesundheitsstörungen deutscher Schüler haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, ebenso die Selbstmordrate junger US-Amerikanerinnen. Im mittleren Lebensalter bilden seelische Belastungen ein zentrales Thema der Patienten – aber auch zunehmend all derer, die selbst einen Heilberuf ausüben. Das Alter ist von jeher für den Menschen seelisch herausfordernd. In einigen Ländern ist inzwischen die Suizidrate im Alter von 85 bis 90 Jahren am höchsten. Der assistierte Suizid ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Am Beginn der Neuzeit wurde die menschliche Seele im medizinischen Denken wie entzweigeschnitten (Descartes, ‹Les Passions de l’âme›) zwischen Verstand und einem maschinenhaft aufgefassten Körper. Die Seele selbst gibt es in diesem Paradigma nicht mehr, das immer noch die Medizin weltweit leitet.

Die Internationale Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion vom 12. bis 15.9.2019 widmet sich der Überwindung dieser Trennung. Die lebendige Resonanz, die seelische Brücke zum Patienten stehen im Mittelpunkt dieser Tagung: um ihn als Menschen in seinem Leid zu verstehen, ihn zu begleiten, seine eigenen seelischen Kräfte weckend, und im Rahmen des Möglichen zu seiner Heilung beizutragen.


Bild: Aus der Illustrationsreihe 5/G35, Adrien Jutard

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