Wenn Bewusstsein wirkt

Wenn Bewusstsein wirkt

Ob bei den ‹Gelbwesten›, die für andere soziale Verhältnisse kämpfen, oder bei den Demonstrationen ‹Fridays For Future›, die auf ökologische Aufgaben hinweisen, immer geht es darum, das Bewusstsein in der Gesellschaft zu steigern.


Und das gilt nicht nur im Bereich der Politik, sondern auch bei vielen spirituellen Bewegungen, darunter auch der anthroposophischen. Die Entwicklung des Bewusstseins soll also die Entwicklung der Welt ermöglichen. Sieht das materialistische Weltbild die Ursache für Entwicklung in physischen Prozessen, so nimmt nun eine Bewegung an Fahrt auf, die das Bewusstsein als Ursache der Entwicklung versteht.

Bewusstsein zu entwickeln, zieht Hindernisse und Irrwege nach sich. Wir wissen, dass die Geister, die in die Moderne geführt haben, zunächst verfolgt und verurteilt wurden. Wir wissen auch, dass neue Bewusstseinsstufen zu Konsequenzen führen können, die nicht vorausgesehen werden – wie die Geschichte des 20. Jahrhunderts so schmerzhaft gezeigt hat.

Es gibt also eine Art ‹Ökologie des Bewusstsein›. Die Vorgänge und Wesen der Welt sind miteinander verbunden und alles wirkt aufeinander. Wenn wir schon unsere Aufmerksamkeit auf konkrete Verhältnisse lenken – zum Beispiel auf ökologische und soziale Verhältnisse –, sollten wir dann nicht auch auf feinere Beziehungen achten? Könnte es zum Beispiel sein, dass besondere Entwicklungen des Bewusstseins von bestimmten Menschen als Unterdrückung erlebt werden? Und umgekehrt: Könnte es sein, dass wir auch die Fähigkeit besitzen, andere Wesen zu befreien, wie der Zauberer Prospero den Luftgeist Ariel und die Schiffbrüchige in Shakespeares ‹Sturm›? Und zwar, indem wir auf Macht verzichten?


Titelbild: Hooch, Ramona Rehn, Foto mit Lochkamera

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