Geopolitische Medizin

Geopolitische Medizin

Der Zahnschmerz ist das Beispiel: Kleiner als ein Reiskorn ist die offene Stelle und doch vermag sie den ganzen Menschen lahmzulegen.


Zum Organismus gehört, dass es neuralgische Orte gibt. Wenn es dort schiefläuft, dann ist das Ganze betroffen und getroffen. Ähnlich ist es mit der Erde. 365 km2 misst der Gazastreifen und ganz Israel nur 20 000 km2 – die Schweiz ist doppelt so groß. Und doch scheint der Weltfrieden vom Auskommen auf diesem kleinen Flecken abzuhängen, scheint die ganze Erde aufzuatmen, wenn, wie zur Zeit von Rabin in den 1990ern, sich die Erstarrung für kurze Zeit löst. Wenn niemand mehr auf diesem Brennpunkt der Religionen eine Zukunft sieht, dann fehlt auch dem großen Übrigen eine Licht für die Zukunft.

Es gibt ein weiteres Prinzip des Organischen: Die Erstarrung an einem Ort wird durch Wärme an einem anderen Ort behoben, Ursache und Wirkung sind nicht am gleichen Ort. Vermutlich sind die beginnende Öffnung von Nordkorea und das Ende der Isolation von Kuba nicht nur ein Segen für die so Ausgeschlossenen, sondern vielleicht werden diese hoffnungsvollen Wendungen auch zum Schlüssel für jene erstarrten neuralgischen Orte. Deshalb lohnt es sich, auf diese so abseits liegenden Orte zu schauen und ihre stete neue Integration in die Weltbrüderlichkeit mit Anteilnahme zu begleiten.


Foto: ‹(stephan)›, 2007. www.bit.ly/2Ql7fSJ Hunderttausend Menschen, jeder nur ein Pixel im großen Bild, ein Pixel, dessen Ausbleiben sofort gesehen wird – das Arirang-Festival in Nordkorea, die größte Massenveranstaltung, ein aus der Zeit gefallener Mythos. Perfektion und Superlative, Ahriman und Luzifer zugleich.

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