Wo sich die Brücke bauen lässt

Wo sich die Brücke bauen lässt

Es war eine Tagung am Goetheanum zum Sufismus, der mystischen Prägung im Islam. Auf dem Podium saß neben Christine Gruwez und Joachim Daniel auch Mahmud Kılıç, Professor für Sufismus aus Konya und außerdem Generalsekretär des Islamischen Rates.


Es ging um die Verständigung der Religionen. Ein Wort, das leicht über die Lippen ging, bis die Frage nach dem Verhältnis zum Bösen auftauchte. Da öffnete sich bei allem gegenseitigen Respekt ein Abgrund zwischen der christlichen und der islamischen Vorstellung, denn Kılıç erklärte, dass man als Muslim selbst den schrecklichsten Taten einen Sinn zuschreiben müsse, denn wie sonst hätte der Gott sie sonst zulassen können. Die Sprachlosigkeit wich, als am Ende des Gesprächs sich zeigte, wie die Religionen Brücken bauen können. Nicht an ihren äußeren Formen, nicht an ihrer Haut von Minarett und Kirchturm, Kippa und Ordinat begegnen sich die Religionen, sondern die Religionen begegnen sich an ihrem inneren Kern. Der ist allerdings verschlossen und dem ersten Blick nicht zugänglich. Der erste Schritt, dass sich die Religionen verstehen und miteinander Frieden finden, bedeutet deshalb, diese verborgene Innenseite des Glaubens, den geistigen, urmenschlichen Kern der eigenen Religion, sichtbar werden zu lassen.Sie lässt mich in einem liebevolleren Licht auf meine Dunkelseiten schauen.

Die Gedanken kommen zu mir

Die Gedanken kommen zu mir

Dieses ewige Hervorgehen ...

Dieses ewige Hervorgehen ...