Erweiterter Nachhaltigkeitsbegriff

Erweiterter Nachhaltigkeitsbegriff

Als Motiv des individuellen und kollektiven Handelns genießt der Nachhaltigkeitsbegriff eine immer größere Anerkennung. Die Naturvielfalt und die Ressourcen der Natur sind wesentliche Bedingungen für das menschliche Leben.


Doch wenn man sich mit dieser pragmatischen Ebene zufriedenstellt, bleibt man in seiner eigenen Vorstellung aus der Vergangenheit stecken: Bei Nachhaltigkeit geht es zunächst um das Weiterbestehen, um das Nach-Halten der Menschheit, wie sie schon ist. Diese Feststellung sollte den Nachhaltigkeitsbegriff nicht in Misskredit bringen, im Gegenteil. Es soll zeigen, dass dieser Begriff sich ständig erweitern sollte.

«Du hast das Gefühl, den innigen Kern eines Ortes zu berühren. Das ist für mich eine Art Verstehen. Du siehst etwas, was schon immer da war, aber das du nie zu sehen vermochtest.» (1) Für den Fotografen und Land-Art-Künstler Andy Goldsworthy sind Landschaften, Meere, Flüsse und Bäume nicht Umwelt oder Ressourcen: Sie sind Wesen, denen man zu begegnen lernen kann. In dieser Begegnung bekommen sowohl die Natur wie der Mensch eine neue Würde, einen neuen Sinn. Haben wir als Menschheit nur den Drang zu überleben oder können wir dazu immer wieder lernen, der Natur zu begegnen für das, was sie ist, und uns als Menschen durch diese Begegnung zu verwandeln? Dieses neue Verhältnis zur Natur, wie es Andy Goldsworthy auf seine Art praktiziert, braucht nicht nur kaltes Wissen, nicht nur Pragmatismus, sondern auch eine neue Weisheit der Begegnung von Wesen zu Wesen, sei es zwischen Mensch und Natur oder zwischen Mensch und Mensch.


(1) Dokumentarfilm ‹Rivers and Tides›, 2001

Zum Bild: Terrassengespräch während des World Goetheanum Forums: ein Ort für neue Begegnungen, ein Moment für die Zukunft des Unternehmertums. Foto: Jonas Lismont

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