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Wochenschrift für Anthroposophie ‹Das Goetheanum›

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Arbeit 4.0

Madeleine Ronner

Zeichnung von Philipp Tok ‹Erschöpfter Roboter am Straßenrand winkt den Passanten›

Zeichnung von Philipp Tok ‹Erschöpfter Roboter am Straßenrand winkt den Passanten›

Auf der Konferenz des ‹Neopolis-Network› befragten Denker aus Politik, Wirtschaft und Forschung die Zukunft der Arbeit.

Anders wird die Arbeit der Zukunft. Einst erbte man den Beruf der Eltern und wurde von der Familie getragen. Dann kamen Maschinen und mit ihnen Sozialversicherungssysteme und Gewerkschaften, die den einfachen Arbeiter verteidigten. Anstelle des Berufes jetten wir in der digitalisierten Welt durch Aufgabenfelder. Wie sehen die dazu passenden sozialen Systeme aus?
Die Gründer von Neopolis – Börries Hornemann, Benjamin Brockhaus und Armin Steuernagel – haben am 4. Mai hochkarätige Stimmen am Gottlieb-Duttweiler-Institut (Zürich) versammelt. 

Analysiert man Phänomene wie Airbnb, Zipcar oder Uber – Firmen, die auf sozialen Netzwerken basieren und fluide funktionieren –, wird deutlich: Es ist schon alles anders. Robin Chase, Gründerin von Zipcar, bringt es auf den Punkt: «My father had one job, I had six jobs, and my children have six jobs at once.» Sechs Jobs, die Wohnung auf Airbnb, während Uber vom selbst-
lenkenden Tesla überholt wird. Da muss selbst Unia-Gewerkschaftspräsidentin Vania Alleva zugeben, dass sie am 5. Juni für ein Grundeinkommen stimmen wird. In den Worten des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis: «Basic income is a necessity. It is not a question wether we like it or not.» Er problematisiert die Idee eines sozialen Netzes: «A security net can be captious. Rather think of basic income of a solid floor.» Twitter-Investor Albert Wenger geht weiter: «Das Grundeinkommen gibt den Menschen die Macht zurück, über die eigene Zeit zu bestimmen.»