Das Goetheanum wurde 1921 als Wochenschrift von Albert Steffen und Rudolf Steiner gegründet.

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Zwischenzeichen

Zwischenzeichen

Die Entfernung zwischen Schrift und Bild

Über dem Text, immer wieder an diesem Ort (Seite 3), wird ein Zeichen gesetzt. Es bezeichnet nichts, es trägt keine vorbestimmte Bedeutung in einer symbolischen Ordnung, nimmt an keiner organisierten, offiziellen Sprache teil. Und doch füllt es einen Raum, einen Zwischenraum, der nicht nur die Leere aus dem bedruckten Blatt verdrängt. Diese grafischen Handlungen, weder Buchstabe noch Bild, weder Symbol noch Zeichnung, schweben in einem Übergangsraum zwischen Bildhaftem und Schrift.

Das geschriebene Wort ist das Grab des Denkens, da wo der konkret wirkende Geist seine absolute Verallgemeinerung findet. Wenn das Bild eine singuläre Erscheinung ist, erzeugt der Buchstabe, gerade in den abstrakt gewordenen phonetischen Schriften, die endgültige Verallgemeinerung: das‹I› kann für ‹Liebe› oder ‹Diebe› gebraucht werden, laut oder stumm gesprochen, von Hand oder Bildschirm gezeichnet sein, das rüttelt nicht an seinem Sein, da Buchstaben der Endzustand der Wirklichkeit sind. Buchstaben werden als Ersatz gesetzt, und darum insistiert, das gesunde Gefühl und Erziehung, dass wir der Schrift eine Schönheit beifügen, sodass der Geist darin, mindestens in deren Erscheinung, hineinziehen kann.

Die Entfernung zwischen Schrift und Bild erzeugt den Leerraum zwischen dem Allgemeinheitsgrab und dem Aufleuchten des geistigen Ereignisses – die singuläre Schöpfung. Die von Philipp Tok entwickelten und gesetzten Zeichen beleben dieses Niemandsland. Sie begleiten die Schrift auf ihrem Weg zurück, helfen dem todgedachten Buchstaben ins Lebendige, ins Auferstehen. Vielleicht wollen sie, bewusst oder nicht, ein Zeichen setzen, einen Ruf: «Das Ende der Abstraktionen ist unterwegs.»

Heroes, Toons and Lyrics with drawings by Philipp Tok April 24 - May 22, 2016 The Kitchen Auf der Höhe

Entwurfsreihen dieser Zeichen sind zu sehen in der Ausstellung ‹Heroes, Toons and Lyrics›, 24. April bis 22. Mai 2016 in Arlesheim, The Kitchen: aufderhoehe.com

 

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