Erwachen, um zu hören

Gott klingt. Die Welt klingt. Auch der Mensch – oder das Ich – ist ein Klang; der Mensch ist Widerhall, ist Resonanzraum des Liedes, das die Welt durchklingt. – Gibt es Gesetze des Erwachens für das Lied der Welt, für das Raumwerden?

Einen Sommer verbrachte Charlotte Fischer damit, den Flügelschlag von Schmetterlingen zu fotografieren. Hier zeigen wir einige Trophäen ihres Lauerns und Jagens. Hans-Christian Zehnter begleitet die Bilder mit Beobachtungen und Gedanken, die bis zum kosmischen Ursprung träumen.

Das chaotische Paradies

Die 56. Kunstbiennale in Venedig mit dem Titel ‹All the World’s Futures› lädt bis zum 22. November ein, in die Unsicherheit und die Krisen der heutigen Welt zu blicken. In der Hauptausstellung versucht der Kurator Okwui Enwezor, mit 136 Künstlern aus 53 Ländern die Welt ein Stück zusammenzubringen, indem er nicht vereinheitlicht, sondern viele Sichten nebeneinanderhält. Zukunft sollten wir fortan als Plural denken.

Und der Mensch wird Objekt

Parallel zu den technischen Revolutionen entwickelt sich die menschliche Freiheit. Die jetzige Umwälzung in ein digitales Zeitalter löst auf, was bisher als Wirklichkeit galt. Wird eine spezifische Freiheit in einer digitalen Lebenswelt möglich?

Das Universum wurde durch einen Ton erschaffen

Ted Chiang entwirft in seinen Novellen Wissenschaften vom Menschen. Für die Videoinstallation ‹Die große Stille› (2014) von Allora & Calzadilla’s, schrieb er diesen Text im Geist einer Fabel. Im Zentrum der Installation steht das zweitgrößte Radioteleskop der Welt: ‹Arecibo›. Es befindet sich in Esperanza, Puerto Rico. Dieser Wald ist zugleich das Zuhause der letzten Papageien der Amazona vittata. Im Gewand eines Papageien betrachtet Chiang die Schöpfung der Sprache.