Lieben Sie jemanden?

Mit den Entwicklungen der gegenwärtigen Zivilisation tragen die alten Modelle von Liebesbeziehungen immer weniger. Es ist, als ob das Paarleben, das eine wesentliche Zelle des sozialen Lebens bildet, an Selbstverständlichkeit verloren hätte. Vielleicht muss diese Dimension des Menschenlebens viel bewusster angegangen werden? Monika Kiel-Hinrichsen, Familien- und Paarberaterin, versucht hier, unter spirituellen Gesichtspunkten Perspektiven zu skizzieren.


«Lieben Sie jemand? Und woraus schließen Sie das?», fragte Max Frisch einst den Schriftsteller Jonathan Franzen. ‹Liebe macht blind›, heißt ein altes Sprichwort. Welchen Sinn mag es haben, in der Verliebtheit zu erblinden? Verlieben wir uns in eine Illusion, in ein Trugbild des anderen? Was wäre, wenn wir gleich zu Beginn einer Beziehung unser Gegenüber in der ganzen Komplexität seiner Persönlichkeit erkennen würden? Wahrscheinlich würden dann viele Beziehungen gar nicht erst zustande kommen. In der Verliebtheit begegnen wir dem Teil unseres Gegenübers, der er sein möchte und noch nicht sein kann. Gerade aus einer Verliebtheit heraus, aus dieser starken Anziehungskraft zweier Menschen, schaffen wir es, über uns hinauszuwachsen, uns dem anderen von unserer besten Seite zu zeigen. Der andere habe sich mit ‹falschen Federn› geschmückt, lautet dann oft die spätere Kritik. Aber vielleicht haben wir auch etwas vom Urbild des anderen gesehen, das uns angezogen hat, an das wir uns in der Beziehung immer wieder im positiven Sinne erinnern, und diesem Bild könnten wir treu bleiben, auch wenn wir ihn nun wahrnehmen, wie er ‹wirklich oder auch noch ist›.

Im Zeichen des Wandels

 Malerei: Clarissa Mendes, Öl, Acryl, Sand, Graphit auf Leinwand, 30 × 40, 2014

Malerei: Clarissa Mendes, Öl, Acryl, Sand, Graphit auf Leinwand, 30 × 40, 2014

Oft jedoch kommen Paare heute in einer Beziehung nicht über die erste Verliebtheit hinaus. Liebe wird mit Verliebtheit verwechselt und Partner unterliegen der ‹Illusion eines glücklichen Paares›, das Allheilmittel gegen die eigene Einsamkeit und die aus der Tiefe drängenden persönlichen Fragen. Ein glückliches Paar streitet und leidet nicht, ist immer einer Meinung und hat eine funktionierende, für beide Seiten zufriedenstellende Sexualität!

Doch Beziehungsleben steht im 21. Jahrhundert in einem deutlichen Zeichen des Wandels. Das Frauen- und Männerbild hat sich in den letzten 50 Jahren mit zunehmender Bewusstseinsseelenentwicklung gravierend verändert, wodurch Partnerschaft und Familie, früher durch die Gemeinschaft und deren Traditionen getragen, eine neue Bedeutung zukommt. Partnerschaft findet heute durch das Zusammentreffen zweier Individualitäten und immer mehr unabhängig von ihrem Genderstatus statt. Ein neues Rollenverständnis mit mehr Intimität und Liebesfähigkeit ist entstanden, das seinen Ursprung im letzten Jahrhundert durch die Protestgeneration der 1968-Jahre hat.

Heute können wir an der großen Autonomie der Frauen und eben an der ‹Emanzipation der Männer›, aber auch an deren Verunsicherung die Entwicklungsfrüchte erleben. Die alte Rollenverteilung ist aufgehoben. Wir stehen menschlich gesehen auf dem Gipfel unserer Möglichkeiten, die sich ihren Weg durch Bewusstseinsentwicklung und Freiheitskämpfe hin zu einer immer größeren Individualisierung gebahnt haben. Im Idealfall ist heute für jeden alles möglich. Die Kohortenforscher Spangenberg und Lampert sprechen bereits von den ab 1985 Geborenen von der ‹grenzenlosen Generation›.(1)

Die zunehmende Individualisierung hat aber auch ihren Tribut gefordert. Wir sind als Menschen an einem Nullpunkt angekommen, den wir mit unserem Ich durchdringen müssen. Beziehungen zu führen, unterliegt heute immer größeren Herausforderungen, und es gibt ausreichende Ausweichmöglichkeiten! Nicht zuletzt sorgen hier die modernen Kommunikationsmedien absurderweise für eine Entfremdung. Wir unterliegen der ständigen Illusion, miteinander in Kontakt zu sein, Nähe zu haben und bemerken dabei nicht unsere Sprachlosigkeit! ‹So nah und doch so fern› trifft hierbei auf viele Partnerschaften zu und ist oft Ausdruck für eine tiefe Vereinsamung in der Zweisamkeit. Es gibt einfach kein gemütliches Nest mehr, in das man sich in einer Beziehung legen kann. Stattdessen bedeutet Paarbeziehung heute ‹Arbeit an sich selbst› und seinen ‹sozialen Fähigkeiten›. Ein ständiger Spagat zwischen Individualität und Gemeinschaft!

Kampf zwischen Heiß und Kalt

Was bedeutet es heute, den anderen in sich aufzunehmen, dem Fremden einen Platz in der eigenen Seele zu geben?

«Allein bin ich mehr», nannte es kürzlich eine Klientin und umschrieb damit den Verlust ihrer Autonomie innerhalb der Beziehung. «Hingabe und Abgrenzung in der erotischen Beziehung», nennt es der Psychoanalytiker Peter Schellenbaum und meint, dass in der Verschmelzung mit dem Du das Ich sich in einem anderen Menschen und im eigenen Unbewussten verliert. «Wer sich zu sehr mit seiner Umwelt identifiziert und ihr sein Ich opfert, meint, zum Leben Ja zu sagen, aber in Wirklichkeit sagt er Nein, nicht nur zu sich selber, indem er sich aufgibt, sondern auch zur Umwelt, weil er sich an dieser für seinen Ich-Verlust schließlich rächen wird.» Die hohen Scheidungsraten könnten diese Aussage bestätigen. So stehen wir im Spannungsfeld von antisozialem und sozialem Verhalten. Rudolf Steiner weist darauf hin, dass wir grundsätzlich erst einmal auf uns bezogen, antisozial sind und lernen müssen, ein soziales Wesen zu werden, den anderen in uns aufzunehmen, ein Stück in ihn hineinzuschlafen, ohne uns dabei selbst zu verlieren. Was bedeutet es heute, den anderen in sich aufzunehmen, dem Fremden einen Platz in der eigenen Seele zu geben? Der andere kann zu einem Keim werden, der in der Seele aufgeht, wachsen und integriert werden kann, oder zu einem ‹Krankheitserreger›, der entzündliche Prozesse hervorruft, die entweder in einer fruchtbaren Auseinandersetzung im Fieber münden und so zur Heilung führen oder sich zu einer chronischen Beziehungskrankheit entwickeln. Dann sind es vielleicht alte Eiterbeulen, die sich eingekapselt haben und immer wieder für Beschwerden in der Beziehung sorgen. Damit sie nicht zu deren Tod führen, kann es hilfreich sein, die Einkapselung mithilfe eines Dritten aufzustechen und ‹den Eiter ablaufen zu lassen›. Dieser Prozess ist meist schmerzhaft, aber er entlarvt alte Doppelgänger, die sich in Form von Projektionen und Übertragungen, gespeist aus der eigenen Biografie, zeigen. Die äußeren Abgründe um uns herum sind heute in die eigene Seele hineinverlegt und treiben dort ihr Unwesen. Es gilt, sie zu identifizieren und zu befreien, denn «Liebe setzt ein Ich voraus, das einen festen Halt in sich selbst hat und gleichzeitig für die Hingabe an ein Du offen ist. Das Ich braucht Festigkeit und Durchlässigkeit. Zwischen ihm und der Außenwelt braucht es offene, flexible Grenzen. Das Nein der Abgrenzung muss mit dem Ja der Liebe verbunden werden.» (2)

Ende der Liebe?

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Vom Verschwinden

Das Weiß, das lebt
Das Verschwinden von Dingen

Die Reste

Die Zeichnung, die bleibt

Doch zunehmend treffen wir auf Menschen, die ohne feste Partnerbeziehung leben und sich auch bewusst nicht fest binden wollen bzw. im nächsten Schritt auch nicht mehr können. ‹Das Ende der Liebe› heißt es deshalb provokativ bei dem Autor Sven Hillenkamp. ‹Generation Beziehungsunfähig› nennt der junge Autor Michael Nast seinen Spiegelbestseller und beschreibt schonungslos als Sprachrohr seiner Generation die heutige Unverbindlichkeit und das Unvermögen, sich auf ein Du einzulassen. «Ich will mich nicht festlegen» oder «Ich will mich gerade auf mich selbst konzentrieren» scheinen heute in der jüngeren Generation Umgangssätze zu sein, um aus einer Affäre wieder herauszukommen. So zeigt man dem anderen, dass man nicht interessiert ist. Was im letzten Jahrhundert die sexuelle Revolution war und der persönlichen Freiheit und Individualisierung diente, droht heute vielfach in eine ‹sexuelle Verrohung› abzugleiten. Dazu gehören die modernen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, wie die Mobil-App Tinder. Sie hat den Ruf, dass jemand erst einmal etwas Lockeres – meist auf Sex ausgerichtete Begegnungen – sucht. Hier hat jeder die Möglichkeit, verschiedene Profile zu beurteilen. In der Tinder-Sprache heißt es dann ‹hop oder top›. «Klingt ganz nett, wollen wir uns mal treffen?», lautet die unverbindliche Frage. Denn mit einem weiteren Blick auf Tinder stellt Frau oder Mann vielleicht fest, dass derjenige noch weitere Kontakte hergestellt hat. Tinder ist bekannt für ‹Friends with Benefiz›, was eine lockere Freundschaft mit Zugabe (Sex) meint. Insider sprechen bereits von einem «Burnout vor Liebessucht» (Michael Nast). Menschen kommen körperlich auf intimste Weise in Kontakt miteinander, ohne sich wirklich seelisch dabei verbinden zu müssen. Diese Form entwickelt sich zunehmend zu einem Feind der Partnerliebe. So auch sogenannte ‹Swingerpartys›, in jeder größeren Stadt in oft gehobenen Etablissements wohlbekannt. Singles und Paare treffen sich, um im Partnerwechsel oder mit mehreren Partnern zugleich Sex zu haben. Sexualität findet vielerorts heute ohne Liebe statt. Welche Bedeutung kommt hier dem Ich des Menschen zu? Ist es noch anwesend oder regiert hier ausschließlich der Begierdenleib (Astralleib)? Also Begegnung auf ‹Astralleibhöhe› anstatt auf Augenhöhe? Welche Bedeutung kommt hier noch der Liebe zu?

Erich Fromm schreibt der Liebe vier Grundfähigkeiten zu: Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung vor dem anderen und Erkenntnis. Liebe ist demnach kein Gefühl, sondern eine Fähigkeit, die im Laufe der Jahre einer Beziehung erlernt werden will. Sie baut auf die Ichentwicklung zweier Menschen. Auf die Frage aus dem Anfangszitat von Max Frisch «Lieben Sie jemand? Und woraus schließen Sie das?», antwortete J. Franzen: «Mein Herz sagt es mir, und mein gesunkenes Maß an Selbstsucht liefert verlässliche Beweise dafür.» Liebe strömt also aus dem Herzen und verleiht dem Empfindungsleib die Stärke, in selbstloser Weise von sich abzusehen. Wie tief mutet da die Meditation von Rudolf Steiner «Ich denke an mein Herz – , darin ist Weltenliebe und Menschenstärke –, Es birgt mein Ich ...» an. (3) Mein Herz ist verbunden mit meinem Ich. Also da, wo ich liebe, liebe ich aus ‹vollstem Ich› heraus und darf mich mit meinem ‹Liebe-Ätherleib› verbunden mit der ‹geistigen Sonne› wissen. Nur so lässt sich verstehen, dass wir in dem Maße, wie wir lieben, auch gleichzeitig den stärksten Widersachermächten ausgesetzt sind. Denn diese haben ein Interesse daran, unser Denken, Fühlen und Wollen zu okkupieren, unser Ich unbrauchbar zu machen. Durch wüste Leidenschaften und Süchte wird der Mensch zunehmend in seiner Fortentwicklung einem Tier ähnlich. Der Sonnendämon hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen an seiner Persönlichkeitsentwicklung zu hindern. Eine Lähmung des Denkens, eine Verleiblichung des Fühlens und das Einschlafen des Wollens sind Wege dahin und wirken unserer Individualisierung entgegen.

Das ganz normale Chaos der Liebe

Rudolf Steiner hat bereits vor hundert Jahren in aller Deutlichkeit auf diesen Zustand der Gegenwart aufmerksam gemacht, indem er darauf hingewiesen hat, dass wir Menschen es immer schwieriger und schwieriger miteinander haben werden, uns in ein rechtes Verhältnis zueinander zu bringen, weil dieses Sich-in-ein-rechtes-Verhältnis-Bringen eben Aufwendung innerer Entwicklung, innerer Betätigung fordert. Dieser inneren Betätigung nicht durch Alkohol, Drogen, Medien- und Arbeitssucht, entmenschlichte Sexualität und alte Konventionen auszuweichen, sondern den Nullpunkt in der Beziehung mit dem anderen und sich selbst auszuhalten, sich dem Schmerz der Selbst- und manchmal auch der Karmaerkenntnis zu stellen, scheint die Entwicklungsbedingung für das Individuelle der Bewusstseinsseele zu sein. Soziales Menschenverständnis, in dem Sympathie und Antipathie in Empathie gewandelt werden, Gedankenfreiheit des Einzelnen und Geisterkenntnis sind die drei Bedingungen zur Überwindung der seelischen Not der Gegenwart. (4) Was müssen wir also heute in Bezug auf Partnerschaft und Liebe in unserem Bewusstsein haben?

Liebe ist demnach kein Gefühl, sondern eine Fähigkeit, die im Laufe der Jahre einer Beziehung erlernt werden will. Sie baut auf die Ichentwicklung zweier Menschen.

Wir haben es im Beziehungsleben eben nicht nur mit unserer heutigen Persönlichkeit zu tun, sondern werden oftmals mit ‹unverdauten Überresten› aus der Vergangenheit konfrontiert, welche für Konflikte in Beziehungen sorgen. Hier dürfen wir uns dann sozusagen zueinander durcharbeiten, um nicht lauter ‹Schattenehen› oder ‹Doppelgängerbeziehungen› zu führen. Ulrich Beck und seine Frau Elisabeth Beck-Gersheim nennen es ‹das ganz normale Chaos der Liebe›: «Die Individuen selbst, die zusammenleben wollen, sind oder, genauer: werden mehr und mehr die Gesetzgeber ihrer eigenen Lebensform, die Richter ihrer Verfehlungen, die Priester, die ihre Schuld wegküssen, die Therapeuten, die die Fesseln der Vergangenheit lockern und lösen. Aber auch die Rächer, die Vergeltung üben an erlittenen Verletzungen. Liebe wird eine Leerformel, die die Liebenden selbst zu füllen haben, über die sich auftuenden Gräben der Biografie hinweg – auch wenn dabei der Schlagertext, die Werbung, das pornografische Skript, die Mätressenliteratur, die Psychoanalyse Regie führen.» (5)

Auf diesem Wege kann es zwar Krisenbegleiter und ‹Geburtshelfer› geben, doch die wesentliche Arbeit obliegt dem Paar selbst. Denn Auseinandersetzungen in Beziehungen finden heute auf einem Feld mit zwei gleichwertigen Partnern von Ich zu Ich statt. Die Beziehung wird dann ein Zentrum der Ichkraft. Auch Beziehungen haben eine Biografie, in der Veränderungs- und Reifungsprozesse stattfinden, die diese Ichkraft beständig verstärken können. Konflikte gehören in eine Beziehung und wollen sie lebendig erhalten, denn hinter jedem Konflikt steht eine Botschaft, die gehört werden will. Es ist ein ‹Tanz um den Nullpunkt›. Wenn sich ein Partner in einer Beziehung zu verlieren droht, muss er/sie sich auf den Weg zu sich selbst begeben. Hat er sie im Laufe der Zeit das positive Bild des Partners verloren, kann man sich auf den Weg machen, dem Teil von ihm wieder zur Erweckung zu verhelfen, den er/sie einst sah. Wenn jeder dem anderen auf diese Weise nahe ist, wird ein Paar eine Entwicklungsgemeinschaft, in der einer dem anderen zum Entwicklungshelfer werden kann. Dann sind wir mehr als nur ein Paar!


Über die Treue

«Schaffen Sie sich eine neue, starkmütige Anschauung von der Treue. Was die Menschen sonst Treue nennen, vergeht so schnell. Das aber machen Sie zu Ihrer Treue: An dem anderen Menschen werden Sie Augenblicke erleben, schnell dahingehende, da wird er Ihnen erscheinen wie erfüllt, wie durchleuchtet von dem Urbild seines Geistes. Und dann können, ja werden andere Augenblicke, lange andere Zeiten kommen, da verdüstern sich die Menschen. Sie aber sollen lernen, in solchen Zeiten zu sagen: Der Geist macht mich stark. Ich denke an das Urbild; ich sah es doch einmal. Kein Trug, kein Schein raubt es mir. Ringen Sie immer um dieses Bild, das Sie sahen. Dieses Ringen ist Treue. Und so nach Treue strebend, wird der Mensch dem Menschen wie mit Engel-Hüter-Kräften nahe sein.»

Rudolf Steiner

Aus: Sprüche, Dichtungen, Mantren, Ergänzungsband, GA 40a, Dornach 2002


(1) Frits Spangenberg, Martijn Lampert, De grenzelose generatie, 2010
(2) Peter Schellenbaum, Das Nein in der Liebe. Abgrenzung und Hingabe in der erotischen Beziehung, 1993
(3) Peter Selg, «Ich denke an mein Herz – es birgt mein Ich»: Eine Krankenmeditation Rudolf Steiners, Ita Wegman Institut
(4) Rudolf Steiner, Wie kann die seelische Not der Gegenwart überwunden werden?, GA 168
(5) Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gersheim, Das ganz normale Chaos der Liebe, 1990


Malerei: Clarissa Mendes, Coverbild; Vom Verschwinden São Paulo, 2014

Monika Kiel-Hinrichsen studierte unter anderem Sozial­pädagogik und arbeitete zuerst in der anthroposophischen Heilpädagogik und der integrativen Kindergartenarbeit. Nach weiteren Fachausbildungen und Erfahrungen arbeitete sie in der Sozialwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum im Bereich Familienkultur. Sie gründete und leitete die anthroposophische Bildungsstätte Forum Zeitnah. Später: Lehrauftrag an der Alanus-Hochschule/ Alfter im Bereich Kindheitspädagogik und Leitung eines Schulsozialprojektes an der Rudolf-Steiner-Schule Kiel zum Thema ‹Sozialkompetenzen stärken im Hinblick auf Inklusion und Integration›, gefördert durch die Stadt Kiel. Leitung des Ipsum-Instituts/Zweigstelle Kiel. Seit 2016 Beratungspraxis in Hersel/Bonn und Leitung des Ipsum-Instituts Bonn.