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Licht in die paradigmatischen Worte

Im Lukas-Evangelium besagt uns eine wunderbare Stelle, dass den Hirten auf dem Felde verkündet wird durch einen Engel, der ihnen sichtbar wird, dass ihnen der «Heiland der Welt» geboren worden ist.


Und dann wird erwähnt, dass zu diesem Engel, nachdem er die Verkündigung gesagt hat, hinzutreten «himmlische Heerscharen» (Lukas 2, 13). Stellen Sie sich also das Bild vor, dass diese Hirten hinaufblicken und ihnen so etwas erscheint wie «der Himmel offen» und die Wesenheiten der geistigen Welt in mächtigen Bildern sich vor ihnen ausbreitend. Was wird den Hirten verkündet?

Was ihnen verkündet wird, das wird in monumentale Worte gekleidet, in Worte, die durch die ganze Menschheitsentwickelung gesprochen wurden und die zum Weihnachtsspruche der christlichen Entwickelung geworden sind. Die Worte tönen den Hirten entgegen, die, richtig übersetzt, etwa so lauten würden: «Es offenbaren sich die göttlichen Wesenheiten aus den Höhen, auf dass Friede herrsche unten auf der Erde bei den Menschen, die durchdrungen sind von einem guten Willen.» (Lukas 2, 14.)

«Ehre», wie es gewöhnlich wiedergegeben wird, ist eine ganz falsche Übersetzung. Wie ich es jetzt gesagt habe, sollte es heißen. Und der Gegensatz sollte scharf betont werden, dass dasjenige, was die Hirten sehen, die Offenbarung der geistigen Wesenheiten aus den Höhen ist und dass sie in diesem Augenblicke geschieht, damit einziehe Friede in die menschlichen Herzen, die durchdrungen sind von einem guten Willen. Im Grunde genommen liegt, wie wir sehen werden, vieles von den Geheimnissen des Christentums in diesen Worten, wenn man sie richtig versteht. Aber es wird einiges dazu gehören, um Licht in diese paradigmatischen Worte zu bringen. Was vor allem hinzugehört, ist, dass wir versuchen, jene Berichte zu betrachten, die des Menschen hellsichtiger Sinn aus der Akasha- Chronik empfängt. Darauf kommt es an, zunächst hinzuschauen mit dem geöffneten Auge des Geistes auf dasjenige Zeitalter, in dem der Christus Jesus für die Menschheit auftritt, und uns nun zu fragen: Wie stellt sich das dar, was damals geistig in die Erdenentwickelung eingetreten ist, wenn wir es verfolgen in seinem ganzen geschichtlichen Werden, wenn wir fragen: Woher ist es gekommen?


Aus: Lukasevangelium, GA 114, 7. Vortrag

Titelbild: Gerard van Honthorst

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