Wurzel auf der anderen Seite

Wurzel auf der anderen Seite

Die Erde ist ein Wesen, das wir nicht beliebig ausbeuten können; Wirtschaft kann man nicht ohne weltweite Brüderlichkeit denken; zur Würde des Individuums gehört, sich frei entfalten zu dürfen. Diese gesellschaftlichen Prinzipien sind fundamental und finden heute breite Resonanz.


Ein erster wesentlicher Beitrag des World Goetheanum Forums scheint mir darin zu liegen, hier noch einen weiteren Schritt machen zu wollen: Als Unternehmer, die ihre Inspiration aus der Anthroposophie schöpfen, können wir versuchen, nicht nur diesen Prinzipien zu folgen, sondern uns mit dem lebendigen Ursprung zu verbinden, aus dem diese Prinzipien gewachsen sind. Denn der Mensch hat eine Verwurzelung auf der anderen Seite der Schwelle, wie Ueli Hurter es im letzten Plenum des Forums ausdrückte, ausgehend vom englischen Ausdruck ‹uprooted›, was ‹entwurzelt› bedeutet und zugleich die Idee des ‹Oben› in sich trägt. Schafft man es als Unternehmer heute, sich aktiv dieser anderen Quelle zuzuwenden, aus der weitere Impulse für eine menschlichere Wirtschaft und Gesellschaft kommen können?

Ein zweiter wesentlicher Beitrag des Forums scheint mir in der konkreten gegenseitigen Unterstützung zu liegen. «Wir Anthroposophen sind leider zu wenig vernetzt», teilte mir zu Beginn der Veranstaltung eine Unternehmerin aus Deutschland mit. Für sie war das Forum eine Antwort auf dieses Bedürfnis: die Möglichkeit, sich zu vernetzen und die einzelnen Initiativen gegenseitig durch Austausch und Kooperation zu verstärken. Diese Vernetzung ist allerdings kaum ohne gegenseitigen Austausch möglich: Was ist die geistige Motivation deiner Initiative, wie kann ich meine Intention formulieren? In diesem Austausch entsteht eine andere Wahrnehmung, die nicht weniger praktische Unterstützung für die tägliche Arbeit ist. Dass diese zwei Dimensionen zwischen Wirtschaftsunternehmern und dem Verantwortungsträger der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft gemeinsam bewegt werden konnten, hat manchen zutiefst berührt.

Die drei Fragen, die Helmy Abouleish während seines Impulsbeitrags stellte, sind ein Ausblick auf künftige Fragestellungen der Association und des Forums: Können wir gemeinsam an einer Zukunft arbeiten, die wir noch nicht voraussehen können? Ist das World Goetheanum Forum ein Ort, wo wir uns über Schicksal und innere Entwicklung austauschen können? Ist uns die Erweiterung des Wissens wichtig und kann die Association ein Hebel sein, damit diese Frage in der Gesellschaft stärker leben kann?

Print Friendly and PDF
Der Rahmen unseres Handelns ändert sich

Der Rahmen unseres Handelns ändert sich

Es malt in mir

Es malt in mir