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Wochenschrift für Anthroposophie ‹Das Goetheanum›

Das Geheimnis der Beziehung

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Das Geheimnis der Beziehung

Louis Defèche

Unter dem Titel ‹Gesunde Erde, gesunder Körper, gesunde Gesellschaft. Das Rätsel der Beziehung› fand von 8. bis 10. November 2016 in Madurai (IN) das jüngste Weltforum für soziale Initiativen statt. Es ging um die Frage, wie die Menschheit ihre Lebensweise und die Erde verändern kann.

Die Biodynamische Vereinigung Indiens, die Höfe von Muhil und Karmuhil sowie die Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum waren die Veranstalter des Weltforums für soziale Initiativen im Pillar Center in Madurai. Teilnehmende aus aller Welt kamen zusammen, um zu dis­kutieren, zuzuhören sowie die Heraus­forderungen und neuen Ideen für soziale Initiativen miteinander zu teilen. Der Ort unterstützte die Dynamik des Netzwerkens. Nach Übungen mit Rhythmus und Bewegung folgten Vorträge zu den Themen ‹Beziehungen› (Joan Sleigh), ‹Gesellschaft› (Gerald Häfner) und ‹Zuwendung zur Erde› (Jean-Michel Florin).

In den von Joan Sleigh und Absolventen der Anthroposophischen Studien am Goetheanum angeleiteten sozialen Übungen sollten die in den Vorträgen gesprochenen Worte eine neue Tiefe bekommen, indem sie den Teilnehmenden ermöglichten, zu erleben, was es braucht, um sinnvolle
Beziehungen zu knüpfen. Es ging darum, Vertrauen, Beobachtungsfähigkeit und Zusammenarbeit zu entwickeln.

Kennenlernen des Lebens vor Ort

Am Nachmittag gab es die Möglichkeit, lokales Leben und lokale Bräuche von Madurai kennenzulernen. Ein Rundgang auf den Höfen von Muhil und Karmuhil sowie die Arbeitsgruppen in Kompostieren und Herstellen von Gruben für Kuhfladen veranschaulichten, wie die Erde auf die biodynamische Landwirtschaft vorbereitet wird. «Die Art und Weise, wie die biodynamische Praxis aufgegriffen wurde, zeigte wieder einmal die große Energie und vor allem die tiefe Hingabe, mit der Indien alles aufzunehmen scheint – mit viel Liebe zum Detail und einer Mischung aus ernstem Stolz auf individuelle Meisterschaft, tiefem Respekt für die Lehrer und sanfter Demut gegenüber den Göttern», sagt Rob Small, Gründer des Farm and Garden National Trust.

Präsentation von Initiativen

Am Nachmittag gab es zudem Freiraum für Initiativen, die ihre Arbeit präsentierten. Unter ihnen Timbaktu, ein Kollektiv, das in über 150 indischen Dörfern für eine nachhaltige Entwicklung sorgt und dessen Ziel es ist, dass «die ländlichen Gemeinden unabhängig werden, sich selbst verwalten, in sozialer Harmonie, in Eintracht der Geschlechter leben und gleichzeitig einen nachhaltigen Lebensstil bewahren».

Rob Small zeigte, wie sie in Kapstadt Armut und Arbeitslosigkeit angehen, und zwar durch die Schaffung von landwirtschaftlichen Kleinstbetrieben. David Hogg von der Stiftung Naandi zeigte den Teilnehmenden die Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit, Grundbildung und nachhaltigen Lebensgrundlagen für Menschen in der Region Andhra Pradesh. Ute Craemer sprach über die brasilianischen Initiativen der Monte-Azul-Gemeinschaft und die Childhood Alliance in Brasilien.

Florian Krämer von Vulamasango aus Südafrika erfreute jeden mit Bildern der Kinderaufführungen in Europa, während Pinky Stuurman und Lusanda Bali, Projektleiterinnen und Musiklehrerinnen des Waisenhauses, eine Liveaufführung gaben.

Jeder wird mit seinen Fähigkeiten gebraucht

Es gibt unleugbar eine Verbindung zwischen dem Zustand der Erde, unserer körperlichen Befindlichkeit und den Gesellschaften, in denen wir leben. Jedes dieser Elemente beeinflusst und pflegt das andere und bietet die Möglichkeit, in Disziplinen wie Landwirtschaft, Medizin, Pädagogik oder sozialen Zusammenhängen zu arbeiten, und so Entwicklungs- und Heilungsprozesse für uns, unsere Beziehungen und unsere Umwelt anzuregen. Das Geheimnis dieser Beziehung erweitert unseren Horizont und erlaubt uns, zu fragen, was es von jedem von uns braucht, um die Entwicklung von gesünderen Gemeinschaften, Beziehungen, Lebensstilen und letztendlich eine für alle Wesen gesündere Umwelt zu fördern. Jeder von uns kann
sich mit seinem Standpunkt und sozialem Hintergrund einbringen. Die Referierenden und Teilnehmenden des letztjährigen Weltsozialforums erinnerten uns an all dies und daran, wie viel erreicht werden konnte.

Das Weltsozialforum wird seine Tätigkeit 2017 erweitern, indem es eine Online-Plattform entwickelt, um soziale anthroposophische Initiativen, die auf eine umfassendere, freiere Gesellschaft hinarbeiten, zu präsentieren. Die Website www.wsif.org wird entwickelt und koordiniert von einem Team unter Leitung von Joan Sleigh und der Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum. Seine Hauptaufgabe wird darin bestehen, die Initia­tiven und deren Bedürfnisse wahrzunehmen, sie zu ermitteln und zu verstehen.

Wenn Sie ein Projekt kennen, das Teil dieser wachsenden Gemeinschaft werden möchte und von den Neuigkeiten über Projekte, Möglichkeiten und Veranstaltungen profitieren könnte, können Sie sich mit Elizabeth Kuriakose und Andrea De La Cruz aus dem Team des Weltforums für soziale Initiativen in Verbindung setzen.

Andrea De La Cruz Barral, Madrid (ES)