Ein Gefährte für Besinnungsmomente

Ein Gefährte für Besinnungsmomente

Buchhinweis von Silke Kollewijn: Ruth Dubach (Hrsg.), ‹Unterwegs zu Zukunftszielen›, Aphoristische Gedankenbewegungen von Maurice Aeberhardt zum Jahreslauf, Basel 2016


Wem geht es während der Frühlingsmonate nicht so, dass das Werden, Wachsen und Aufblühen der Natur so intensiv erlebt wird wie zum allerersten Mal? Die Seele tritt so jährlich in ein neues Verhältnis zur Umgebung der Sinnenwelt und ist seelisch-geistig sich an ihr entwickelnd unterwegs. Durch die Beschäftigung mit den ‹Wochensprüchen› und mit den ‹Zwölf Stimmungen› Rudolf Steiners kann sich das bewusste und seelische Erleben des Jahreslaufes vertiefen. Dadurch wird deutlich, dass die verinnerlichte Wort- und Gedankenbewegung zum Auge für die geistigen Zusammenhänge in der Welt und im Menschen werden kann. Folgendes Buch mit der Zusammenstellung aphoristischer Gedankenbewegungen zum Jahreslauf von Maurice Aeberhardt bereichert das seelisch-geistige Erleben des Jahres in die Tiefe: Ruth Dubach stellt diese Aphorismen in ein inhaltliches und jahreszeitliches Verhältnis zu den Strophen der ‹Zwölf Stimmungen› Steiners. Sie tut es sogar zweimal als Gang durch das Ich-Jahr, das mit dem Widder-Monat April beginnt. «Glück des zu erfüllenden Tages! Was ist Glück? Glück ist Zusammenleben mit den tragenden Kräften des Kosmos.» Dieser Aphorismus lässt sich zusammendenken und -empfinden mit den beiden ersten Zeilen der Stierstrophe: «Erhelle dich, Wesensglanz, Erfühle die Werdekraft.» In der inneren Zusammenschau erhellt sich das eine durch das andere. Oder: die ersten zwei Zeilen der Löwestrophe: «Durchströme mit Sinngewalt / gewordenes Weltensein» ( ‹Zwölf Stimmungen›) mit «Jeden Tag … jeden … mit dem Sonnen-Herzen durch die Tages-Wolke!»

Glück ist Zusammenleben mit den tragenden Kräften des Kosmos.

In solcher mehr nach innen gehenden Beschäftigung kann ein ähnlich starkes Erleben entstehen wie oben beschrieben bezüglich der neu erwachenden Frühlingsnatur. Gerade das, was so ganz neu gedacht und dadurch im erkennenden Willen entfacht ist, trägt Zukunftscharakter in sich. Daher auch der Titel des Buches, ‹Unterwegs zu Zukunftszielen›, das in zwei Jahreszyklen mit Gegenüberstellungen von Aphorismus und Zeilen aus den Tierkreisstrophen aufgeteilt sowie mit Seidenstickerei-Abbildungen von Adelheid Ritter und Gedichten von Ruth Dubach untergliedert ist.

Ein empfehlenswerter ‹Gefährte› für die Besinnungsmomente im heute so hektischen Alltag: «Das Künftige ruhe auf Vergangenem» (‹Zwölf Stimmungen›) und: «Jeder Tag, der sich senkt, ist ein Keim für die Zukunft» (Maurice Aeberhardt).

Junge Wut

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