Ein Wochenende der Kunst

Ein Wochenende der Kunst

Die Sektion für Bildende Künste veranstaltet vom 7. bis 9. Dezember 2018 eine Verkaufsausstellung, eine Auktion, Führungen, Diskussionen und Vorträge über anthroposophische Kunst.


120 Künstler aus 16 Ländern stellen 250 Werke aus ihrem Schaffen für eine Ausstellung in der Schreinerei am Goetheanum zur Verfügung: Eine solche ‹Leistungsschau› des aktuellen Kunstschaffens aus anthroposophischen Quellen hat es seit über 20 Jahren nicht gegeben! «Bei den Bildern, Skulpturen und einer kleinen Auswahl an Kleinodienkunst ist kein einheitlicher Stil erkennbar. Es gibt höchst individuelle Ausdrucksweisen, die jedoch ein gemeinsames Ziel haben: das Geistige durch Kunst zu zeigen», sagt Marianne Schubert, Leiterin der Sektion für Bildende Künste am Goetheanum.

Alle Werke können käuflich erworben werden. Zusätzlich findet eine Auktion mit Werken verstorbener und/oder heute international bekannter Künstler statt. «Unser Ziel ist es, anhand der präsentierten Werke eine Übersicht über den anthroposophischen Kunstimpuls aufzuzeigen. Im besten Fall entsteht eine aussagekräftige Sammlung an repräsentativen Werken. Bereits jetzt sind Bilder von Hanns Jenny, Gerald Wagner, Alo Altripp, David Nash, Johannes Jäckli, Emil Schweigler und vielen anderen im Auktionsbestand», so der Auktionator Andrej Schindler, der als Kurator, Entwicklungs- und Finanzberater von Augsburg aus tätig ist.

 
 

Links Kunst von Gerhard Wendland; rechts von Emil Schweigler

Für Menschen und Institutionen, die Kunst sammeln, ist diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit, neue Künstlerinnen und Künstler kennenzulernen und ihre Sammlung zu erweitern. Auch können auf diesem Weg gezielt einzelne Künstler und die Sektion für Bildende Künste finanziell unterstützt werden. Denn aus den Verkäufen geht ein Teil an die Künstler und ein Teil wird der Sektion für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt. «Es ist ein erster Versuch einer unternehmerischen Aktivität der Sektion», so Marianne Schubert. «Wir möchten mit dem Erlös Projekte, u. a. zu Rudolf Steiners künstlerischen Impulsen, finanzieren, die sonst ausschließlich auf die Unterstützung von Stiftungen angewiesen sind.»

Gleichzeitig werden im ersten Stock des Goetheanum Bilder aus dem Frühwerk Gerard Wagners gezeigt. Auch die Archive öffnen an diesen Tagen und zeigen ihre Schätze: Originalwerke von Rudolf Steiner und seinen Schülern. Es gibt Führungen durch die Verkaufsausstellung in der Schreinerei, am Freitagabend hält Ronald Templeton einen Einführungsvortrag zum Thema ‹Kunst in Entwicklung› und am Samstagabend wird auf dem Podium zur Frage diskutiert: ‹Gibt es anthroposophische Kunst?› Ihre Teilnahme zugesagt haben Reinhold Fäth, Roland Halfen und Claudia Schlürmann.

Es ist so, als ob sich ein neuer, unbefangener Blick auf diese Werke richtet und ihre künstlerische Dimension entdeckt.

Mitinitiator Andrej Schindler resümiert: «Mit dieser Unternehmung kommen wir dem wachsenden Interesse für das Kunstschaffen aus anthroposophischen Quellen entgegen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der anthroposophischen Bewegung. Es ist so, als ob sich ein neuer, unbefangener Blick auf diese Werke richtet und ihre künstlerische Dimension entdeckt. Gleichzeitig ist ein breites Bewusstsein für das künstlerische Erbe der Schüler von Rudolf Steiner innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft am Erwachen. Waren noch vor 15 Jahren nur einzelne Stiftungen oder die Kunstsammlung am Goetheanum bestrebt, dieses Erbe zu erhalten und ins Bewusstsein des Publikums zu rufen, finden wir heute eine Reihe an Institutionen und einzelnen Experten, die sich die Aufarbeitung, Sammlung und Erhaltung dieses Erbes zum Ziel gesetzt haben.»

Marianne Schubert ergänzt: «Die Sektion für Bildende Künste hat in den letzten fünf Jahren rund 50 Künstlern und Künstlerinnen sowie Künstlerpaaren die Möglichkeit gegeben, ihre Werke am Goethe­anum zu zeigen. Die Ausstellung im Dezember will nun erstmalig einen größeren Überblick über das aktuelle anthroposophische Kunstschaffen geben.»


Ein Katalog der zu versteigernden Werke ist ab 15. November auf der Webseite der Sektion zu finden: www.sbk.goetheanum.org

Titelbild: Emil Schweigler

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