Wo Fremdheit verschwindet

Wo Fremdheit verschwindet

Uwe Werner ist emeritierter Geschichtslehrer, Autor von Werken zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Leiter der Dokumentation am Goetheanum von 1995 bis 2011.


Was machst Du gerade auch noch? Ich beschäftige mich mit dem freiheitlichen Zug in der Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft 1912/13.

Was macht Dich lebendig? Essen, Trinken, Laufen halten mich am Leben. Schlaf und Denken machen mich lebendig.

Woran bist Du zuletzt aufgewacht? An der Entwicklung des Grundgesetzes des Staates Israel. 1948 garantierte er die «vollständige Gleichbehandlung» in sozialen und politischen Rechten – ohne Unterschied von Glauben, Rasse und Geschlecht – sowie Gewissensfreiheit, Freiheit für Kultus usw. 2018 heißt es, es sei der «Nationalstaat» des jüdischen Volkes, das sein natürliches Recht auf Selbstbestimmung in Sachen Kultur, Religion und Geschichte ausübt, und dass die Realisierung dieses Rechts ausschließlich dem jüdischen Volke vorbehalten sei. Vergleiche die Wirkungen der Wilson’schen Vorschläge nach dem Ersten Weltkrieg ...

Welches Werk hat Dich beeindruckt? ‹Le Capital au XXIe siècle› von Thomas Picketty (2013). Hier spricht ein kompetenter Wissenschaftler, der Herzenswärme nicht verleugnet.

Wofür bist Du dankbar? Dass ich noch leben darf.

Wie hat Dich zuletzt eine fremde Kultur berührt? Indem ich gemerkt habe, wie einseitig doch meine Kultur ist und wie ich mich selbst bereichern kann durch die anderen, deren Fremdheit in der Wahrnehmung verschwindet.

Wo begegnet Dir heute die Zukunft? Dort, wo Menschen Menschenwürdiges, das unmöglich scheint, möglich machen. Überall in stillen Erwartungen.

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