Sinnliche Zuwendung zur Natur

Sinnliche Zuwendung zur Natur

Im dritten Jahr in Folge kamen diesen Sommer rund 50 Menschen auf der Insel Iona (Schottland) zur von der Initiative ‹Anblick – zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt› durchgeführten Summer School zusammen, um sich eine Woche lang übend die anwesenden Naturkräfte zu erschließen.


Rudolf Steiner sprach davon, wie die Eingeweihten der hibernischen Mysterien den Sonnengeist des Christus bereits lange vor Christi Geburt im Naturerleben herannahen sahen. So nahm insbesondere der christliche Druide Columba, der im frühen 6. Jahrhundert zusammen mit zwölf Mönchen die kleine Insel Iona erreichte, das Erleben des Christus im Ätherischen auf und gründete ein Kloster. Aus dieser Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern, die ganz im Einklang mit den Naturkräften ein religiös-spirituelles Leben pflegten, entstand ein christliches Zentrum mit starker Ausstrahlungskraft, welches sich liebevoll mit den Riten heidnischer Völker verband und sich als iroschottisches Christentum in Richtung Osten verbreitete.

Während der Summer School auf der Insel begannen die Tage mit gemeinsamem Singen und Eurythmie, danach folgten verschiedene Arbeitsgruppen zur Naturbeobachtung mit Renatus Derbidge, Dirk Kruse und anderen. Das zentrale Anliegen war, den Impuls einer christlichen Naturwissenschaft, etwa von D. N. Dunlop und E. C. Merry, zum Erlebnis und zur Erfahrung werden zu lassen.

Das individuelle Aufnehmen der Milde und des Friedens dieses Ortes im gemeinsamen Austausch in der Gruppe löste in den Teilnehmern Prozesse aus, die sich stärkend auf die innere Lebendigkeit und Wahrnehmungsgabe auswirkten. Zwischenmenschliche Begegnung und ein gemeinschaftliches Miteinander, frei von Ablenkung, wurden auf diesem Weg möglich. So konnte sich etwas von dem in der Gemeinschaft spiegeln, was von Iona als Herzenskraft und Christusliebe ausstrahlt. Es lebt etwas davon auf, worauf Rudolf Steiner in seinem Vortragszyklus im Rahmen der damaligen Summer School in Torquay über das «Initiatenbewusstsein» hinweist, nämlich wie der moderne Mensch durch sinnliche Zuwendung zur Natur zum Geistigen gelangen kann.


Foto: Barbara Schnetzler

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