Korinth: Olivenöl braucht auch ein Terroir

Korinth: Olivenöl braucht auch ein Terroir

Ende April trafen sich Demeter-Olivenölproduzenten aus Griechenland, Portugal, Italien, Spanien und Brasilien in Kalamata und Korinth (Griechenland), um sich über das Thema der Ölqualität sowie Ökologie auszutauschen.


«Unser Anliegen ist, dass die Produzenten von biodynamischem Olivenöl sich nicht gegenseitig als Konkurrenten betrachten, sondern dass jeder die Qualität seines Öls weiterentwickelt. Eine solche Arbeit verstärkt die verschiedenen Identitäten, die Terroirs, wie im Weinbau. Wenn sich die Produkte durch ihren Geschmack klar voneinander unterscheiden, können die Produzenten wirtschaftlich wachsen, nicht gegeneinander, sondern miteinander», erzählt Jean-Michel Florin von der Landwirtschaftlichen Sektion am Goetheanum nach der zweiten Zusammenkunft der weltweiten Demeter-Fachgruppe von Olivenölproduzenten, die 2017 auf Initiative des biodynamischen Beraters Reto Ingold gegründet wurde. Um der Vielfalt des Geschmacks von Olivenölen näherzukommen, wurden Verkostungen angeboten, wo jeder seine Geschmacks­erfahrung mit den verschiedenen Ölen auf Papier zeichnen musste. Der Austausch darüber hat eine gewisse Objektivität in der Geschmacksbeurteilung ermöglicht. Während der zwei Tage hatten die 25 Produzenten auch die Gelegenheit, sich über ökologische Fragen auszutauschen: Wie kann man die Erde und die Bäume besser pflegen? Wie werden biodynamische Präparate gezielter verwendet? Ein erweitertes Bewusstsein für Qualität und ökologische Landschaftsgestaltung ermöglicht ausgezeichnete Olivenöle, wie z. B. die Domäne Risca Grande (Portugal) beweist, die schon etliche Preise gewonnen hat.


Foto: Jean-Michel Florin