Die Misteltherapie sollte wieder Kassenleistung werden

Die Misteltherapie sollte wieder Kassenleistung werden

Bereits seit über 100 Jahren werden Mistelpräparate in der Krebstherapie angewendet, oft begleitend zu herkömmlichen Behandlungsmethoden. Dabei lässt sich auf vielfältigen Ebenen nachweisen, dass sie das Immunsystem stärken, die Lebensqualität verbessern und die Überlebenschancen erhöhen. Seit 2015 unterstützt die Stiftung Integrative Medizin Projekte in Forschung, Ausbildung und Therapie, um die positive Wirkung der Mistel in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden und Arzt für Allgemeinmedizin Wolfgang Schuster.


Was macht die Misteltherapie aus Ihrer Sicht so wertvoll für den Patienten? Das wesentliche Argument für eine begleitende Misteltherapie ist, dass sie die Lebensqualität deutlich steigert. Die an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten vertragen die Chemotherapie besser, sie sind weniger erschöpft, schlafen besser und haben wieder Appetit. Viele von ihnen können in ihren Beruf zurückkehren. Abhängig von der Art des Tumors kann die Misteltherapie das Leben um Monate bis Jahre verlängern, bei guter Qualität, und in Einzelfällen den Krebs sogar heilen. Die Rückmeldungen meiner Patienten sind überaus positiv.

Was hat die Stiftung durch ihre Arbeit bislang erreicht? Die Stiftung Integrative Medizin ist den verschiedenen Akteuren im Bereich Mistelforschung und Misteltherapie mittlerweile ein Begriff, denn sie hat es geschafft, diese zu vernetzen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Wir haben auch weltweit verschiedene Forschungsprojekte unterstützt. Erfreulich ist, dass wir zunehmend auch von deutschen Universitäten Anfragen erhalten, Projekte im Bereich der integrativen Medizin zu fördern.

Gibt es Projekte, die Sie besonders beeindruckt haben? Die ausgezeichnet dokumentierten Daten von anthroposophischen Ärzten in Peru, Chile und Brasilien, die Krebspatienten mit Mistelpräparaten therapieren, sind sehr interessant. Hier wird es in nächster Zeit Veröffentlichungen von laufenden Untersuchungen geben. Darauf aufbauend planen wir weitere gemeinsame Projekte. Besonders eindrucksvoll sind auch die Ergebnisse des Arztes Paul Werthmann vom Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie (FAEMM) in Deutschland. Mit Unterstützung der Stiftung hat er auf hohem wissenschaftlichem Niveau Einzelfallstudien durchgeführt und international bekannt gemacht.

Welche Ziele verfolgt die Stiftung Integrative Medizin in nächster Zeit? Auf internationaler Ebene möchten wir vor allem die Forschung weiter fördern. In Deutschland planen wir Schulungsmöglichkeiten bezüglich der Misteltherapie für interessierte Ärzte, die onkologisch tätig sind. Und natürlich setzen wir uns dafür ein, dass die Misteltherapie wieder eine uneingeschränkte Leistung der Krankenkassen wird. Seit einigen Jahren wird sie nur bezahlt, wenn mit herkömmlichen Methoden keine Heilung mehr möglich ist.


Mehr Informationen www.stintmed.de

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