Faust und Wilhelm Meister

Faust und Wilhelm Meister

Die Pfingsttagung der Sektion für Schöne Wissenschaften von 7. bis 10. Juni ist ‹Faust› und ‹Wilhelm Meister› gewidmet.


Johann Wolfgang von Goethe hat sein ganzes Leben lang im Wechsel an ‹Faust› und ‹Wilhelm Meister› gearbeitet. Die beiden Kunstwerke könnten nicht unterschiedlicher sein – und doch gehören sie zusammen. Am 27. September 1827 schreibt Goethe an Carl Ludwig Iken: «Da sich manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen lässt, so habe ich seit Langem das Mittel gewählt, durch einander gegenübergestellte und sich gleichsam ineinander abspiegelnde Gebilde den geheimeren Sinn dem Aufmerkenden zu offenbaren.» Goethes Aussage kann dazu auffordern, Drama und Roman in einen Zusammenhang zu rücken und als sich einander abspiegelnde Gebilde zu begreifen. Faust und Wilhelm Meister werden dann zu zwei polaren Figuren, deren «geheimer Sinn» sich durch ihr Miteinander und Gegenüber offenbart. Weiten wir dieses Gestaltungsprinzip aus, lässt sich Goethes gesamter Schaffensprozess als Gegenüberstellung und Spiegelprozess begreifen – Naturwissenschaft und Dichtung gehören zusammen und repräsentieren letztlich zwei Strömungen der Menschheitsgeschichte.


Mehr: ssw.goetheanum.org

Bild: Flyer Pfingsttagung

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‹Faust›-Gespräch

‹Faust›-Gespräch

Rüdiger Grimm

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