Wovon die Menschen leben

Wovon die Menschen leben

Ein Engel kommt auf die Erde und lernt von den Menschen – davon erzählt eine Legende nach Leo Tolstoi, die das Eurythmeum Stuttgart am 27. Januar zeigte.


Dramatisch wechselt das Licht zwischen Weiß, Grün und Rot – Ausdruck einer Scheidung. Von den vieren bleibt eine weiße Gestalt allein zurück, nun in blauem Licht. Ein Engel, wie sich zeigt, bestraft dafür, nicht die Seele der Frau geholt zu haben, die gerade Mutter geworden war. Er kommt in den Haushalt des Schusters Semjon und seiner Frau Matrjona. Die armen Leute sind nicht gerade erpicht, zu helfen, aber schließlich nehmen sie Michailo, der kaum lächelt, auf. Er erweist sich als tüchtiger und vorausblickender Geselle des Schusters. Das Ensemble zeigt die Legende in bewegten und zugleich gehaltenen Bildern: Die Welt des Ehepaars ist klein, es sind besonders die erzählenden Hände, die von jeweiligem Charakter, Tun und der Seelenstimmung in der Enge der Erde zeugen. Bis der Engel seine Strafe absolviert hat – dann weitet sich die Eurythmie in den sich öffnenden Himmel. Und der Engel klärt auf, dass er zu lernen hatte, was in den Menschen ist (wo Liebe ist, ist Gott), was ihnen nicht gegeben ist (was sie für ihren Leib brauchen) und wovon sie leben (die Liebe).


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Das Zauberhemd

Das Zauberhemd

Michael Wills

Michael Wills