Gestaltung einer Michael-Feier

Seit 2008 gestaltet eine Dornacher Initiative jährlich eine Michael-Feier am Goetheanum unter der Schirmherrschaft der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion.


Wir haben uns in der letzten Winterzeit wieder der Erkenntnisarbeit gewidmet, um auf dieser Grundlage gemeinsam eine Michael-Feier künstlerisch zu gestalten. Eine Feier – nicht ein Michael-Fest. Je länger wir mit dem Michael-Fest-Gedanken leben, desto deutlich wird es uns, dass das «künftige Michael-Fest» wirklich der «Erneuerung der ganzen Seelenverfassung» bedarf, wie es Rudolf Steiner (GA 229, 5. Oktober 1923) formuliert. Seit Beginn unserer Initiative gab es einen dauernden Wandel an Mitwirkenden: Es kamen Menschen dazu, die mit dem Impuls des künftigen Michael-Festes vertraut waren, oder Menschen, die sich damit näher beschäftigen wollten; wieder andere haben den Impuls in ferne Länder mitgenommen oder auf andere Weise weiterverfolgt. Es ist uns bewusst, dass unsere Dornacher Initiative eine von mehreren ist.

Zuerst ging es uns darum, das Wesen Michaels besser zu verstehen. Was heißt es beispielsweise, heute mit Michael zusammenzuarbeiten? Um in die ‹Haut des Drachen› zu steigen, braucht es als Schutz die Gewissheit, Michael an seiner Seite zu haben. Wie kommt es dazu? Rudolf Steiner bezeichnete in seiner letzten Ansprache als Aufgabe, dass es gelingen möge, «in aller Kraft diesen Michael-Gedanken […] in allen euren Taten lebendig machen» zu können. Einem möglichen Verständnis dieser Aussagen sind wir nachgegangen. Diesmal blicken wir auf junge Menschen, die krank werden, weil sie unvorbereitet an der Schwelle zur geistigen Welt stehen. Wir laden dazu ein, erlebend in die vielfältigen Beziehungen einzutauchen, die bei der Feier entstehen mögen zwischen Mensch und Natur, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Menschen und den verschiedenen Künsten und innerhalb der Künste selbst. Dazu dienen eine phänomenologische Betrachtung, gesprochene und eurythmisierte Worte Rudolf Steiners aus den Michael-Briefen, musikalische Improvisationen sowie eine dramatische Szene mit Gedichten von Albert Steffen.


Michaeli-Feier: 30. September, 16.30 Uhr, Goetheanum

Was uns ernährt 3: Begegnung und Wahrhaftigkeit

Ausbildung für Ausbilder