Wir leben ewig

Am 31. August fand die Uraufführung des Stückes ‹Wir leben ewig› am Goetheanum statt. Diesmal ist die Regisseurin der Jungen Bühne, Andrea Pfaehler, auch die Autorin.


Paul heiratet Medina, damit sie in Deutschland bleiben kann. Aus Dank schenkt sie ihm eine Halskette – und erzählt deren Geschichte. Sie handelt von einer Familie durch mehrere Generationen, die mit Christentum, Judentum und Islam in Verbindung kommt. Das könnte konstruiert wirken, ist aber präzis am Zeitgeschehen abgelesen. Nationalsozialismus, Fragen familiärer Herkunft, Identität durch Religion und Arabischer Frühling berühren die Freiheit des Menschen – er muss sich entscheiden, wie und woraus er sein Leben ergreifen möchte.

Die Junge Bühne schöpft aus dem Vollen: Tempowechsel und Timing sind perfekt ergriffen, mal lacht das Publikum, mal wird es ernst. Zusammengehalten wird die komplexe Handlung vom Motiv der Kette: «Wenn zwei sich mit Liebe und Achtung begegnen, darf sie [die Kette] weiterwandern» – ein Bild mit der Kraft der Lessing’schen Ringparabel und von sprechender Mehrdeutigkeit für das Gebundensein oder für das Verbindende. Und nun wird klar: Die persönliche Identitätsfrage wird ergänzt um das Pflegen einer Beziehung, die erst Entwicklung ermöglicht: «Wo du bist, ist meine Heimat.»


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