Gehirnphysiologie und Willensfreiheit

Das Wesen des Willens und die Potenz seiner Freiheit sind Gegenstand des Forschungsprojekts ‹Gehirnphysiologie und Willensfreiheit›.


Namhafte Neurowissenschaftler vertreten heute die Ansicht, dass ein freier menschlicher Wille als Illusion anzusehen ist. Dieser Auffassung nach laufen Entscheidungsprozesse in unserem Gehirn unbewusst ab. Unser Bewusstsein wäre dann lediglich ein Nebenprodukt unserer Gehirnvorgänge.

Grundlage für diese Auffassung sind die Experimente von Benjamin Libet, bei denen er zeigen konnte, dass bei einer Handbewegung dem Augenblick der bewusst erlebten Entscheidung elektrische Gehirnaktivität, das sogenannte Bereitschaftspotenzial, zeitlich vorausgeht. Daraus wurde mit Recht geschlossen, dass dann die bewusst erlebte Entscheidung nicht kausale Ursache des Bereitschaftspotenzials sein kann. Stattdessen wurde das Bereitschaftspotenzial als Ursache der bewussten Entscheidung angenommen, obwohl sich dies aus den Experimenten nicht ausreichend belegen lässt.

Unser Projekt ‹Gehirnphysiologie und Willensfreiheit› wird als Kooperationsprojekt zwischen der Naturwissenschaftlichen Sektion und der Klinik Arlesheim durchgeführt, um diese Annahme empirisch zu überprüfen. Was wäre das Bewusstseinskorrelat zum Bereitschaftspotenzial? Gibt es überhaupt eine Beziehung von Willensentscheidungen zu Hirnprozessen? Unsere ersten Ergebnisse legen nahe, dass es sich beim Bereitschaftspotenzial eher um ein Korrelat des noch teilweise unbewussten Dranges zu einer Bewegung handelt, welches auch auftritt, wenn gar keine Bewegung erfolgt. Bis jetzt haben wir kein Korrelat zu einer Entscheidung für oder gegen eine Bewegung gefunden.

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