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Renate Pfeifer: Vitalität als Medizin

«Das Buch über die geistige Freundschaft konnte ich besorgen», ruft Renate Pfeifer mir zu, als wir uns an dem Pflegekongress der Medizinischen Sektion Anfang Juni begegnen.


Es ging um das Buch des schottischen Abts Alread von Rieval, der im 12. Jahrhundert über die geistige Ebene von Freundschaft einen tiefsinnigen Dialog geschrieben hat. Renate Pfeifer ist in der Pflege an der Klinik Arlesheim in der Psychiatrie tätig. Da sie viele Nachtwachen hat, ist das Tagungsthema ‹Die Nacht und der Schlaf› für sie zentral. Für sie sei die Tagung seit vielen Jahren ein Ritual, erzählt sie. Was sich denn an den Tagungen geändert habe, frage ich. Wir sind weniger geworden, aber gleichzeitig sei die Atmosphäre engagiert, schildert sie. Ihre Vitalität, so denke ich, ist für ihre Patienten schon eine Medizin für sich. Ob in der anthroposophischen Pflege der Zeitdruck auch so zugenommen habe, erkundige ich mich. Da wird Renate Pfeifer ernst: Ja, bei einer Nachtschicht bin ich durchgehend beschäftigt mit Medikation und Verwaltung, selbst wenn kein Patient klingelt. «Trotzdem, ich werde gerne von den Patienten gestört!» Da ist die Tagungspause vorbei, und als hätte ein Patient geklingelt, stürmt sie weiter.

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