Ein Pflegekongress zum Aufwachen

Ein Pflegekongress zum Aufwachen

Der internationale Pflegekongress von 1. bis 3. Juni am Goetheanum widmete sich dem Thema ‹Schlaf und Schlafstörungen› aus physiologischen und biorhythmischen Dimensionen sowie mit Blick auf die pflegetherapeutische Prävention und die Behandlung von Schlafstörungen. 


Die Nacht ist für viele Patienten – aber auch für Pflegende in der Nachtwache – eine Quelle von Ängsten: Einsamkeit, die Nachwirkungen der Tageserlebnisse, qualvolles Sich-im-Bett-Wälzen, Gedankenkreisen, das ganz Auf-sich-gestellt-Sein. Und dann ist die Nacht auch ein Quell der Erholung, der friedvolle Schlaf das wirksamste Heilmittel. Die Erhabenheit des Sternenhimmels, die Stille einer nächtlichen Landschaft und vertraute Gespräche bis in den Morgen – wer kennt sie nicht, diese besondere Stimmung der Nacht?

Der Kongress fand statt unter dem Eindruck unhaltbarer Zustände in der pflegerischen Versorgung in Kliniken, Altenheimen und in der häuslichen Versorgung. Warum wollen immer weniger junge Menschen den Pflegeberuf ergreifen? Warum verbleiben so wenige Kolleginnen nach der Ausbildung dauerhaft im Beruf? Warum können so viele Pflegende ihren Beruf nur in Teilzeit bewältigen? Zustände, die weltweit zu beklagen sind. Warum?

Für eine ausreichende Pflege fehlt schlicht die Zeit – oder zu wenige gut ausgebildete Pflegende müssen zu viele schwer pflegebedürftige Patienten bet­reuen. Das gefährdet die Gesundheit von Patienten in Krankenhäusern; es ist aber auch für Pflegebedürftige und Pflegende gleichermaßen unwürdig, wenn für Begegnung, Gespräch und Trost kein Raum bleibt. Stellenpläne gewährleisten heute allein den reibungslosen Ablauf medizinischer Prozeduren im Krankenhaus oder das Abarbeiten im Minutentakt zu erbringender Einzelleistungen in der stationären und der häuslichen Langzeitpflege.

So war dieser Kongress vor allem ein Weckruf für eine Reform der Gesundheitssysteme:
Denn aus dem Leid und der Not von Menschen darf niemand Profit ziehen. Wir brauchen einen Vorrang der Prävention vor der Therapie: Pflege ist Prävention! Und die professionelle Pflege erwacht immer mehr dazu, dass es nicht genügt, nur die Fehler eines automatenhaften Gesundheitssystems auszubügeln. Auch der Zorn hat eine Mission! (Vergleiche dazu Rudolf Steiners Vortrag am 5. Dezember 1909 über ‹Die Mission des Zorns›.)


Foto: Jason Blackeye

Pädagogisches Zusammenwirken

Pädagogisches Zusammenwirken

Dank für die Licht-Qualität

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