Erdenzeiten

Erdenzeiten

Das Ensemble von Eurythmeum CH bringt in seinem Programm ‹Erdenzeiten› Qualitäten der Kulturepochen zum Erlebnis.


Die Kulturepochen der Menschheit können gewöhnlich nur durch überlieferte Zeugnisse nachvollzogen werden. Diese sind statischer Natur. Das Ensemble von Eurythmeum ch arbeitet die dynamischen Qualitäten der Wesenszüge einzelner großer Kulturepochen heraus: präzis erarbeitet und innerlich erfüllt. Von der atlantischen Zeit erscheint das webende Hüllen und das hüllende Strahlen zweier einander durchdringender Gruppen. Im Urindischen zeigen Formen und Gebärden, wie stark die Seele noch im Umkreis lebt – sie ist noch nicht vollständig ins Innere eingezogen. Bei der urpersischen Kultur mit ihrem Gegensatz von Licht und Finsternis zeigen die Stäbe, wie eine entschlossene Willenskraft in den Menschen einzieht. Die ägyptische Zeit erscheint in strenger Eindeutigkeit, noch wird nach ‹hinten› gelauscht, das Handeln ist streng in eine Ordnung eingefügt. Die chaldäische Göttin Ischtar steht selbstständig an der Schwelle und fordert mit großer geistiger Klarheit, dass ihr das Tor zur Unterwelt geöffnet wird. Im griechischen Zeitalter ist die Situation völlig verändert. Die Seele ist in den Menschen eingezogen und bewegt die ganze Gestalt in sensibler Beziehung zu dem, was im Umkreis geschieht – die Seele drückt sich aus. In den Seligpreisungen Jesu erscheinen die Seelenkräfte gegliederter, geordneter und durchlichteter.

Die eurythmische Darstellung der Kompositionen von Arvo Pärt, Oliver Messiaen und Jitka Koželuhová arbeitet den Aufbruch in die neuen geistigen Sphären heraus: Die Seele wird nunmehr vom Geistigen befruchtet. Hier passen die eurythmisch gezeigten Worte Christian Morgensterns: «Ich habe den Menschen gesehen in seiner tiefsten Gestalt, / ich kenne die Welt bis auf den Grundgehalt.»

Bis hierhin hat das Ensemble schwer in Worte zu Fassendes der Entwicklungsstufen der Menschheit durch Bewegung vorwärtsstrebend ins Erleben gebracht. Mit dem ‹Märchen von der Blumenkönigin› von Rudolf Steiner geht der Weg schrittweise zurück in die Vergangenheit, bis der Königssohn die Tochter der Blumenkönigin bekommt. Indem er zurück in die Vergangenheit(en) geht und sie jedes Mal verständnisvoll aufnimmt, wird er innerlich reicher und reif für die Tochter der Blumenkönigin.

Zwillingslämmer

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Rebekka Frischknecht: Eine bestimmte Mischung von Humor und Ernst

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