Reinhold Fäth

Reinhold Fäth

Die Ausstellung hieß ‹250 Werke von 120 Künstlern aus 16 Ländern› und ließ mehr als zweihundert Kunstinteressierte am ersten Dezemberwochenende am Goetheanum zusammenkommen. Am Samstagabend gab es die Podiumsdiskussion mit der Frage ‹Gibt es anthroposophische Kunst›?


Reinhold Fäth, einer der profundesten Kenner anthroposophischen Kunstschaffens, hatte dabei den eröffnenden Beitrag. «Es gibt anthroposophische Kunst, weil es sie gab, weil Rudolf Steiner seine Kunst so genannt hat.» Das war sein holzschnittartiger Griff. Nach fünf weiteren Statements und einem reichen Hin und Her, auch mit Publikumsbeiträgen, war es wieder an Reinhold Fäth, das Schlusswort zu sprechen. Da wurde es still in der Schreinerei. Wie schafft er jetzt eine Klammer, einen Abschluss, der niemanden verletzt? Denn das war das kleine Wunder der Gesprächsrunde, der gegenseitige Respekt. Reinhold Fäth löste es mit einem Augenzwinkern: Er wiederholte noch einmal sein Anfangsstatement, mit einem etwas offeneren und doch selbstbewussten Ton. «Es gibt sie, weil es sie gab.» Bevor jemand im Saal darüber die Stirn runzeln konnte, kam sein Nachsatz: «Und wir könnten doch in Hinblick auf die Gegenwart und Zukunft das Gespräch darüber fortsetzen.»

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Eigenständiges, mutiges Denken

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Hansjörg Hofrichter

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