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Zusammenwirken von Sinnes- und geistiger Welt

Bei den Zusammenkünften der ‹Lektoren› von 31. Oktober bis 4. November kamen zur Weiterbildung ‹Michaelschüler werden› rund 110 und zur Tagung ‹Zur Bildung und Wirksamkeit der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft› rund 240 Teilnehmende.


In der hohen Teilnehmerzahl spiegelte sich das Interesse an der Grundfrage ‹Wo steht die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft heute?›. Nachdem Joan Sleigh die Kraft der eigenen inneren Entwicklung als Bedingung für die Arbeit in der Hochschule beschrieb, kam zunächst die Frage nach der Namensgebung zur Darstellung: Während im Englischen die Bezeichnung ‹Classholder› als treffend erlebt wird, wird für die deutsche Sprache statt ‹Lektor› das Wort ‹Vermittler› vorgeschlagen.

Im Blick auf den Bau der Hochschule zeigte Constanza Kaliks, dass überall, wo ein Leib oder eine äußere Form aufgebaut wird, ein gestaltendes Geistiges zugrunde liegt, das die Form aus dem Inneren heraus erschafft. Für die Hochschule äußert sich dies unter anderem im Verhältnis von innerer Arbeit und äußerer Wirksamkeit, das dann in den Arbeitsweisen der Hochschule und denen der Arbeitsfelder zum Ausdruck kommt. Den Austausch zwischen beiden Ebenen möchte die Goetheanum-Leitung im Zusammenwirken mit den Vermittlern verstärken. Matthias Girke beschrieb den für das Leben der Freien Hochschule notwendigen Gemeinschaftsprozess der Schalenbildung, die ein fortwährend neu aufzubauendes Geschehen ist. Hier schloss Paul Mackay mit der Entwicklung eines polaren Umstülpprozesses an. Zwischen Sinneswelt und geistiger Welt gibt es zwei Bewegungsrichtungen: Tritt man auf gesunde Weise in die geistige Welt und vollzieht dort eigene Schritte, kann es später in der Sinneswelt zu Ereignissen kommen, die auf dieser Tätigkeit beruhen. Und umgekehrt kann es geschehen, dass man beim Tätigsein in der Sinneswelt zum Geistigen durchstößt und einem die geistige Welt dann entgegenkommt. All diese Erlebnisse vollziehen sich an der Grenze zwischen Individuellem, Gemeinschaftlichem und Geistigem.

Von Stefan Hasler wurde auch die Eurythmie in diese Zusammenkunft hineingetragen und stieß damit eine weitere Entwicklungsrichtung an: Wie kann die Arbeit an der künftigen Entwicklung der Freien Hochschule von künstlerischer Perspektive aus belebt werden?


Titelbild: Maxime Le Roux

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